GEMA-Debatte: Clubs gründen ihren Lobbyverband

Die anhaltende Diskussion um die massive Anhebung der GEMA-Tarife zum Jahreswechsel hat nun auch die Betreiber kleinerer Clubs bewegt, sich zu einem eigenen Interessenverband zusammenzuschließen.

Seit gestern ist die LiveMusikKommission (LiveKomm) offiziell als Verein gegründet und in das Vereinsregister aufgenommen. Der Sitz der Organisation ist in Hamburg, er soll aber als bundesweites Sprachrohr für die Live-Musik- und Clubszene dienen und insbesondere als eigenständiger Akteur an den Verhandlungen mit der GEMA teilnehmen.

Bisher oblag die Interessenvertretung der Clubs dem Bun­des­ver­band Deut­scher Dis­ko­the­ken- und Tanz­be­triebe, einer Unterorganisation des Hotel-Lobbyverbandes Dehoga. Das funktionierte mehr oder weniger, brachte allerdings das Problem mit sich, dass hier zu unterschiedliche Interessen unter einen Hut gebracht werden mussten. Denn hier waren beispielsweise die großen Chart-orientierten Diskotheken neben den zahlreichen kleinen Clubs mit ihrer Konzentration auf innovative Musik und Live-Auftritten vertreten.


Die Basis der LiveKomm bilden nun mehrere regionale Netzwerke, die teils schon viele Jahre bestehen - unter ihnen die Clubcommission Berlin, der Verband für Popkultur in Bayern, das Clubkombinat Hamburg und der Klubkomm in Köln. Die Initiative Musik soll mit Bundesmitteln insbesondere den Aufbau weiterer regionaler Verbandsstrukturen fördern. "Schließlich brauchen auch wir verlässliche Gesprächspartner aus der Szene, die Meinungen reflektieren und bündeln, wenn wir in dieser schwierigen Situation etwas bewegen wollen", erklärte Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik.

Neben den bestehenden Netzwerken in Bayern, Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Köln formieren sich inzwischen neue Landes- und Regionalstrukturen in Bremen, Sachsen, Niedersachsen und Frankfurt am Main, so dass bereits mit Vereinsgründung der LiveKomm 288 Clubs in bislang zehn Bundesländern in der Organisation zusammengeschlossen sind.

"Ein Grund für die Dynamik im Zusammenschluss bilden vielfach die existenzbedrohenden Tarifforderungen seitens der GEMA, die parallel zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit die Arbeit des Vorstands der LiveKomm prägen", heißt es in einer Stellungnahme des neuen Verbandes. Die Verwertungsgesellschaft wird darin aufgefordert, bei der Berechnung ihrer Tarife nicht von fiktiven, sondern tatsächlichen Zahlen der Clubs auszugehen.
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Das ist nur richtig, weil die GEMA die Schnauze nicht voll kriegt (richtig so)!
 
Der Gema news music klassiker: goo.gl/PgKYc
 
Sehr guter und innovativer Schritt gegen diese legalen Mafiosis !
 
@Zwerg7: kommt halt ganz drauf an wie man "legal" definiert. Bei einem genauen Blick auf die Tätigkeiten der GEMA und in die Gesetzbücher zu Monopolstellungen und Machtsmissbrauchfällen können einen echt die Augen ausfallen....
 
@Zwerg7: Die Frage ist, ob immer mehr kleinere Verbände stark genug für Verhandlungen sind und ob diese Verbände einen "gesetzlichen" Mantel bekommen wie die GEMA.


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