Surface-Senf: Gutes Tablet, Software mit Macken

Die Tastatur-Cover
Die beiden verfügbaren Cover sind eine sinnvolle Ergänzung, die das Surface noch vielseitiger machen. Die starken Magnete halten sowohl das Touch Cover, als auch das Type Cover sicher am Gerät, sollten aber möglichst nicht auf die Rückseite des Tablets geklappt werden.

Der Grund hierfür sind anfängliche Qualitätsprobleme, die dafür sorgen, dass das Material an den Faltstellen reißen und den Blick auf das Innenleben der Tastatur-Cover freigeben kann. Bisher ist wohl vor allem das Touch Cover betroffen, so dass Microsoft begonnen hat, das mit 120 Euro nicht gerade günstige Cover bei betroffenen Kunden kostenlos auszutauschen. Microsoft Surface TabletViel zu kleine linke Shift-Taste... Auf dem Touch Cover tippt es sich erstaunlich komfortabel, wenn man sich damit anfreunden kann, dass es kein physisches Feedback gibt. Die Tasten haben überraschenderweise genau den richtigen Abstand, um auch ohne Feedback ein erstaunlich gutes Tipp-Erlebnis zu ermöglichen. Das Trackpad reagiert gut, auch wenn das Antippen der als Maustasten funktionierenden Flächen darunter doch sehr gewöhnungsbedürftig ist. Microsoft Surface Tablet...und die Return-Taste ist etwas zu schmal Im Grunde ist aber ohnehin anzuraten, den Aufpreis für das Type Cover mit seiner richtigen Tastatur auszugeben, wenn man schon eines der Cover erwerben will. Das Type Cover bietet eine gute Tastatur im Stil eines Notebook-Keyboards, an die man sich schnell gewöhnen kann, um dann mit hoher Geschwindigkeit auch längere Texte einzugeben. Einzig der hohe Rand und die leider beim deutschen Modell viel zu klein geratene Return-Taste und die ebenfalls sehr knapp bemessene linke Shift-Taste stören den guten Gesamteindruck etwas.

Leistung des Prozessors
Die Leistung des Nvidia Tegra 3 Quad-Core-Prozessors ist ein weiterer kontrovers zu diskutierender Punkt. Natürlich kann er nicht die Leistung einer x86-CPU bieten. Auch die vier 1,3 Gigahertz schnellen Rechenkerne des ARM-Chips sind im Vergleich zur Leistung des in anderen Tablets verbauten Intel Atom Z2760 "Clover Trail" Dual-Core-Prozessors nicht in der Lage mitzuhalten. Dafür sind jedoch ordentliche Laufzeiten zu erreichen, die in der Welt der x86-CPUs nicht drin sind. In unserem Fall hielt das Surface bei dauerhafter Nutzung für Web-Aufgaben rund 8 Stunden durch.

Microsoft Surface mit Windows RT - Unboxing

Im Alltag macht sich durchaus bemerkbar, dass Microsoft zwar viel in die Optimierung seines Betriebssystems für den Nvidia-Chip investiert hat. Doch die teilweise etwas zu langen Ladezeiten beim Start mancher Apps, zeigten bisher, dass noch weitere Arbeit nötig ist. Die ersten Schritte hat Microsoft mit dem jüngst veröffentlichten Firmware-Update für das Surface bereits gemacht, denn damit klappt das Laden der Anwendungen aus dem Windows Store deutlich schneller. Bei Spielen zeigt sich aufgrund eines teilweise starken Ruckelns, dass noch nicht alles optimal läuft.

Leichte Überforderung
Eine leichte Überforderung des Prozessors zeigt sich auch beim Durchführen eines Video-Anrufs via Skype und dem gleichzeitigen Arbeiten mit unterschiedlichen Anwendungen und Apps wie z.B. Bing Maps. Man merkt spürbar, dass sich einige Apps plötzlich nicht mehr ganz so flüssig anfühlen und unser Skype-Gegenüber beschwerte sich mehrfach über abgehakte Wörter und ein stockendes Bild. Beendet man einige Apps oder stellt das parallele Arbeiten gar ganz ein, verbessert sich die Gesprächsqualität merklich. Skype für Windows 8Skypen und gleichzeitig Arbeiten Der ARM-Prozessor ist auch der Grund dafür, dass auf dem Surface keine x86-Anwendungen laufen. Der Nutzer ist abgesehen vom mitgelieferten Office 2013 und den Windows-eigenen Tools also auf die Apps aus dem Windows Store angewiesen. Die Auswahl ist zwar seit dem Launch des Surface beträchtlich angewachsen, stehen doch mittlerweile weit über 8000 Apps zur Verfügung, doch deren Qualität muss noch steigen.

Software und mitgelieferte Apps
Ab Werk bietet Windows RT bereits einen recht vollständigen Funktionsumfang, doch wer nicht bereit ist, für zusätzliche Software zu bezahlen, muss manchmal mit Testversionen aus dem Store vorlieb nehmen. Der Anteil der Gratis-Apps ist recht groß, doch in vielen Fällen handelt es sich noch um einfache Anwendungen mit begrenztem Funktionsumfang.

Manche der Apps scheinen hingegen einfach nur sinnlos, wie etwa eine Taschenlampen-App, die nichts weiter tut, als den Bildschirm vollkommen weiß zu färben, schließlich fehlt dem Surface der bei manchen anderen Tablets integrierter LED-Blitz. Microsoft Surface TabletMicrosoft Surface RT Die ab Werk mitgelieferten Anwendungen funktionieren durch die Bank gut, auch wenn der Funktionsumfang auch hier teilweise noch etwas zu wünschen übrig lässt. Microsoft hat mit dem kurz vor der Markteinführung von Windows 8 veröffentlichte Feature-Update bereits gezeigt, dass auch hier zügig nachgebessert wird, so dass Aussicht auf baldige Besserung besteht.

Wer viel mit Online-Anwendungen arbeitet, kommt mit dem Internet Explorer eigentlich gut durch den Arbeitstag. Einzig die auf von Microsoft vordefinierte Websites beschränkte Flash-Unterstützung wird manchmal zum Problem, doch hier kann man inzwischen mit der manuellen Erweiterung der Freigabeliste für Flash-Websites nachhelfen, auch wenn dies nicht immer für eine Lösung von Problemen sorgt. Der weitgehende Verzicht auf das überholte Flash ist generell aber zu begrüßen.

Was Windows RT und auch Windows 8 bisher fehlt, ist ein vielseitig einsetzbarer Datei-Manager für die neue Benutzeroberfläche. Zwar kann der allseits bekannte Windows Explorer, der auch beim Surface natürlich an Bord ist, hier bei der Nutzung des Tablets mit Trackpad und Tastatur oder gar einer externen Maus gute Dienste leisten, doch im reinen Touch-Betrieb ist der Explorer mit den Fingern nur schwer zu bedienen.

Echter Bonus: Gratis-Musik das Xbox Music
Die Xbox-Apps sind ein großer Bonus des Surface, denn mit dem anfangs kostenlosen Streaming per Xbox Music hat Microsoft zusammen mit den Videoinhalten ein sehr attraktives Paket für Medienkonsumenten geschaffen. Leider gibt es einen etwas unschönen Nebeneffekt bei der Nutzung des Tablets zum Anhören von Audioinhalten. Bei geringer Lautstärke ist ein störendes Rauschen zu vernehmen, das sich doch recht stark bemerkbar macht und gerade bei Podcasts als sehr störend empfunden werden kann.

Offenbar gibt es auch noch Probleme mit dem Verhalten des Surface im Zusammenhang mit den Stromsparfunktionen. In unserem Test brach die Musikwiedergabe mittels der in Xbox Music enthaltenen Smart DJ zur automatischen Erstellung von Playlisten mit ähnlicher Musik nach einer gewissen Zeit reproduzierbar ab, wenn das Tablet nicht genutzt wurde. Möglicherweise wird hier versucht Strom zu sparen, ohne dabei die laufende Musikwiedergabe zu berücksichtigen. Auch hierbei handelt es sich um einen behebbaren Bug, den Microsoft hoffentlich bald aus der Welt schafft. Microsoft Surface TabletMicrosoft Surface RT Fazit
Die Performance des Surface kann insgesamt durchaus zufriedenstellen, wenn man hin und wieder Wartezeiten in Kauf nimmt. Die Plattform hat massives Potenzial vorzuweisen, das Microsoft durch Verbesserungen und Fehlerbeseitigungen nur noch wirklich freisetzen muss.

Das Unternehmen dürfte derzeit unter Hochdruck daran arbeiten, die insgesamt verträglichen Macken des Surface beziehungsweise seines Windows RT in den Griff zu bekommen. Hat man in Redmond die vor allem in Sachen Software bestehenden Schwachstellen ausgeräumt, dürfte das Surface ein durchaus konkurrenzfähiges Tablet sein, mit dem sich Microsoft keineswegs vor den Mitbewerbern verstecken muss.

Das war unser Testbericht zum Surface RT-Tablet aus dem Hause Microsoft. Alle tagesaktuellen Nachrichten sowie zahlreiche Videos und Fotos rund um das Surface-Tablet, finden Sie stets auf unserer Surface Themenseite.

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