Steuertricks: EU-Staaten gehen IT-Konzerne an

Steuern, Finanzamt, block Bildquelle: Markus Rödder / Flickr
Die EU-Staaten wollen sich nicht länger damit abfinden, dass ihnen durch verschiedene Steuerschlupflöcher immer wieder signifikante Einnahmen von verschiedenen großen und hochprofitablen IT-Unternehmen entgehen.
Mehrere Länder planen daher eine konzertierte Aktion gegen die Steuertricks großer Internet-Konzerne, berichtete das Nachrichtenmagazin 'Focus' in seiner heutigen Ausgabe. Nach dessen Informationen sollen bereits intensive Gespräche zwischen den jeweiligen Finanzministerien laufen.

Insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen Schlupflöcher schließen, die sich große Konzerne wie Google, Apple und Amazon immer wieder zu Nutze machen. Die Firmen können ihre Gewinne so über Landesgrenzen hinweg verschieben, dass sie in vielen Staaten kaum Abgaben zahlen. Deshalb soll das Vorgehen zunächst innerhalb der EU koordiniert werden.

In die Gespräche ist auch EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta eingebunden. Sein Aktionsplan gegen schädlichen Steuerwettbewerb und Steuerhinterziehung soll bis zum Jahresende vorliegen. Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise soll so versucht werden, den EU-Staaten dringend benötigte zusätzliche Einnahmen zu verschaffen.

Frankreich verlangt vom Suchmaschinenkonzern Google inzwischen bereits Nachzahlungen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Diese Summe ergibt sich aus Steuern auf Werbe-Gewinne, die das Unternehmen in Frankreich erwirtschaftet hat. Versteuert wurden sie jedoch zu einem viel niedrigeren Satz in Irland. Zuvor hatten französische Fahnder die Pariser Büroräume von Google durchsucht.

Experten schätzen, dass auch dem deutschen Fiskus durch solche Gewinnverlagerungen jährlich zweistellige Milliardenbeträge verloren gehen. Die genauen Geldströme innerhalb der international organisierten Konzerne sind oftmals schwer nachzuvollziehen. Zuletzt kam insbesondere in den USA eine intensive Diskussion über die Verlagerung von Geschäften der großen IT-Unternehmen in Steueroasen auf. Steuern, Finanzamt, block Steuern, Finanzamt, block Markus Rödder / Flickr
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