Eye-Tracking: Ein Blick sagt mehr als tausend Klicks

Die Analyse von Augenbewegungen soll in nicht allzuferner Zukunft dazu beitragen, die Nutzer technischer Systeme schneller und sicherer an das von ihnen gewünschte Ziel zu führen. Denn die Augen verraten letztlich vieles.
Derzeit arbeiten Saarbrücker Psycholinguisten und Computerlinguisten aus Potsdam an Technologien, bei denen die Blicke des Nutzers ausgewertet und für die Steuerung durch eine Software eingesetzt werden sollen. Insbesondere Anwendungen, bei denen der Nutzer sich nicht auf die Technik an sich konzentrieren kann, sollen so verbessert werden - wie etwa Navigationssysteme.

Mit den Ergebnissen der Forscher sollen diese beispielsweise noch persönlicher und passgenauer informieren: Ein Blick genügt, und schon gibt das Navi im Auto von selbst Auskunft, wenn der Fahrer die falsche Straße anvisiert oder es antwortet schon auf seinen fragenden Blick, ohne dass der Nutzer etwas sagen oder fragen müsste.

Bis dies Realität ist, müssen die Forscher allerdings noch viele Fragen klären, die das Detail betreffen - denn der menschliche Blick ist unstetig und wird auch von Dingen angezogen, die für die Anwendung selbst nicht von Belang sind. So darf der Fahrer letztlich nicht mit Information überfrachtet werden oder überflüssige Auskünfte bekommen, nur weil er kurz irgendwo hin geschaut oder sein Blick etwas gestreift hat. Auch muss untersucht werden, wie die gesprochenen Botschaften am besten ankommen.

Um mehr über das komplexe Zusammenspiel aus Blicken des Menschen und der Antwort des Computers herauszufinden, haben die Forscher für ihre Versuchsreihen 3D-Simulationen entwickelt. Sie schicken Versuchspersonen in verschiedenen Spielvarianten durch virtuelle Räume. Ihre Aufgabe besteht dann darin, Knöpfe an den Wänden zu suchen und zu drücken. Hierbei werden ihre Blicke unbemerkt über Eye-Tracking-Systeme aufgefangen.

In einer der Spielvarianten, die die Probanden durchlaufen, erhalten sie keine Hilfestellung oder Rückmeldung. In einer anderen Variante wird die Versuchsperson bei ihrer Orientierung im Raum mit gesprochenen Anweisungen unterstützt und zum Beispiel aufgefordert, einen bestimmten Knopf anzusteuern und mit einer Maustaste darauf zu drücken.

Die Wissenschaftler untersuchen unter anderem, wie sich dabei unterschiedliche Rückmeldungen des Computers auswirken, wie die Strategie der Spieler sich ändert, wenn sie Informationen erhalten, wie sie ihr Verhalten oder ihre Blickbewegungen anpassen und welche die effektivsten Anweisungen sind. Hierzu werden die in den Versuchen gefundenen Daten statistisch ausgewertet und die Muster der Blickbewegungen der Spieler analysiert. Mithilfe dieser Erkenntnisse wird das Dialogsystem weiterentwickelt, um immer besser mit gesprochenen Kommentaren auf die Blickbewegungen einzugehen.

"Uns hat überrascht, dass die weitaus meisten Versuchspersonen überhaupt nicht bemerkt haben, dass der Computer von sich aus Feedback gibt, etwa den Knopf zu drücken, wenn sie diesen nur anschauen. Sie haben sich nicht gewundert, woher der Computer weiß, dass er jetzt diese Anweisung geben soll. Kaum jemand kam dahinter, dass Eye-Tracking eingesetzt wurde", erläuterte Maria Staudte, eine der Mitarbeiterinnen am Projekt. Das verdeutlicht, dass entsprechende Technologien sehr dezent zum Einsatz gebracht werden können. Internet, überwachung, Daten, Netzwerk, Ethernet Internet, überwachung, Daten, Netzwerk, Ethernet Flickr
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