Fraunhofer: Smart Grids sparen Milliarden-Summen

Vor dem zügigen Aufbau der so genannten Smart Grids, also intelligenter Infrastruktur-Netze, wird wegen der benötigten Kosten noch zurückgeschreckt - dabei könnten sie die getätigten Investitionen schnell kompensieren.

"Allein im Energiesektor können wir durch mehr Intelligenz in den Netzen jedes Jahr 9 Milliarden Euro Kosten einsparen", erklärte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM, heute anlässlich der Vorstellung einer entsprechenden Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

Insgesamt kann durch eine Modernisierung der großen Infrastruktursysteme demnach sogar ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen von mehr als 55 Milliarden Euro pro Jahr erzielt werden. Dieser Nutzen entsteht durch Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne in Höhe von 39 Milliarden Euro sowie durch zusätzliche Wachstumsimpulse, die sich auf 17 Milliarden Euro jährlich summieren, hieß es.

"Wir müssen diese Potentiale stärker nutzen", appellierte Kempf. "Selbstverständlich müssen wir Energie- und Verkehrsnetze im Bedarfsfall ausbauen. Vor allem aber müssen wir Energieverbrauch und Verkehrsströme intelligenter steuern."


Schon während des Auf- und Ausbaus der intelligenten Netze, also in den kommenden zehn Jahren, sollen sich die gesamtwirtschaftlichen Effekte laut der Fraunhofer-Studie auf insgesamt 336 Milliarden Euro summieren. Die vollen Effekte von 55,7 Milliarden Euro jährlich treten dann ein, wenn die entsprechenden Infrastrukturen existieren und die so ermöglichten neuen Angebote eingeführt sind und breit genutzt werden.

Smart Grids würden beispielsweise in der Energieversorgung dafür sorgen, dass dezentral viele kleinere, effiziente Energiequellen betrieben werden könnten. Die erzeugten Energien würden dann je nach Bedarf durch entsprechende Schaltungen in den Verbundtrassen an die Stellen geleitet, an denen sie gerade benötigt werden - tagsüber beispielsweise in die Industriestandorte, abends in die Wohngebiete und nachts zu Speicherstationen wie Pumpspeicherwerken.

Smart Grids sind dabei insbesondere die Basis für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Eine intelligente Steuerung des Netzes mit einer flexiblen Verschiebung der Stromlast kann die Stromkosten um rund 5,5 Milliarden Euro jährlich senken. Hinzu kommen Einsparungen in Milliardenhöhe durch eine automatisierte Gebäudesteuerung und geringere Kosten beim Netzausbau.

Die Grundlage hierfür bildet sowohl eine Umorganisierung des Netzes sowie deren Kopplung mit ebenfalls weiter auszubauenden Breitband-Datennetzen. Ähnliche Umstrukturierungen wären in Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung möglich.
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Ich freu mich schon auf die Zukunft, wenn die Haushaltsgeräte sich passend zur Netzauslastung und Strompreis einschalten. Nachts könnte man viel mehr Strom ziehen, da die Kraftwerke den gleichen Strom erzeugen wie tagsüber.
 
@ANSYSiC: Naja nicht ganz richtig. Da in elektrischen Netzen immer so viel Leistung "verbraucht" werden muss, wie "erzeugt" wird und der Verbrauch Nachts geringer ist (weil viele Menschen schlafen), ist auch die "erzeugte Leistung" geringer. Gleich ist aber die "installierte Leistung" (zumindest ideal betrachtet), daher ist der Strom im Einkauf (an der EEX) auch nachts günstiger. Das Ausnutzen der Nacht ist heute schon möglich, mit Zeitschaltuhren oder entsprechenden Schaltungen in Geräten kann man schon Nachts Geschirrspülen/Wäschetrocknen etc... Interessant wird es erst wenn der Versorger dem Kunden mitteilen täte, wann der Strom am günstigsten ist und diesen preislichen Vorteil auch an den Kunden weitergibt. Dazu gab es mal ein Projekt namens Stromampel, dort wurde allerdings nur dem Kunden per LED mitgeteilt, wann der Strom für den Versorger am günstigsten ist.
 
@aclacl: Niemand will mitten in der Nacht vom Schleudergang der Waschmaschine geweckt werden. Spätestens in Mehrfamilienhäusern gibt es dann mächtig Ärger. Klar, ein Einsiedler, fernab der Zivilisation, der zugleich eine Nachteule ist, könnte natürlich die Nacht zum Tag machen, aber die meisten Normalbürger können und wollen das nicht machen. Zumal man die Wäsche ja auch nicht Stundenlang weiter in der Waschmaschine liegen lassen sollte, wenn sie mit dem Waschen und Schleudern fertig ist. Auch aus dem Wäschetrockner muss die Wäsche raus geholt werden, wenn sie fertig ist, dafür werden Normalbürger gewiss nicht mitten in der Nacht aufstehen wollen. Am meisten Strom lässt sich aber mit dem Wäschetrockner sparen, wenn man ihn nicht benutzt, denn Wäsche hat die Angewohnheit auch auf der Leine oder auf dem Trockenständer ohne Stromverbrauch zu trocknen.
 
@aclacl: Danke für die Erklärung ;) Was mir grad so einfällt @Feuerpferd: ist schon klar, dass nachts keiner aufstehen will, allerdings könnte man mit intelligenter stromsteuerung auch tagsüber die last verteilen. so wechseln sich die kühlschränke und gefriertruhen der reihen nach ab und laufen nicht gleichzeitig, somit kann man lastspitzen etwas dämfen.
 
@Feuerpferd: Meine Waschmaschine ist beim Schleudern so leise, das man sie im Nachbarraum nicht mehr hört. Letztendlich hast du recht, die meiste Energie spart man durch nicht benutzen solcher Geräte. Dann könntest du aber auch sagen, dass man die Wäsche auch mit einem Waschbrett im Fluss waschen kann, dort wird sie auch sauber;-).


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