Fraunhofer: Smart Grids sparen Milliarden-Summen

Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Bildquelle: Ian Muttoo / Flickr
Vor dem zügigen Aufbau der so genannten Smart Grids, also intelligenter Infrastruktur-Netze, wird wegen der benötigten Kosten noch zurückgeschreckt - dabei könnten sie die getätigten Investitionen schnell kompensieren. "Allein im Energiesektor können wir durch mehr Intelligenz in den Netzen jedes Jahr 9 Milliarden Euro Kosten einsparen", erklärte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM, heute anlässlich der Vorstellung einer entsprechenden Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

Insgesamt kann durch eine Modernisierung der großen Infrastruktursysteme demnach sogar ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen von mehr als 55 Milliarden Euro pro Jahr erzielt werden. Dieser Nutzen entsteht durch Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne in Höhe von 39 Milliarden Euro sowie durch zusätzliche Wachstumsimpulse, die sich auf 17 Milliarden Euro jährlich summieren, hieß es.

"Wir müssen diese Potentiale stärker nutzen", appellierte Kempf. "Selbstverständlich müssen wir Energie- und Verkehrsnetze im Bedarfsfall ausbauen. Vor allem aber müssen wir Energieverbrauch und Verkehrsströme intelligenter steuern."

Schon während des Auf- und Ausbaus der intelligenten Netze, also in den kommenden zehn Jahren, sollen sich die gesamtwirtschaftlichen Effekte laut der Fraunhofer-Studie auf insgesamt 336 Milliarden Euro summieren. Die vollen Effekte von 55,7 Milliarden Euro jährlich treten dann ein, wenn die entsprechenden Infrastrukturen existieren und die so ermöglichten neuen Angebote eingeführt sind und breit genutzt werden.

Smart Grids würden beispielsweise in der Energieversorgung dafür sorgen, dass dezentral viele kleinere, effiziente Energiequellen betrieben werden könnten. Die erzeugten Energien würden dann je nach Bedarf durch entsprechende Schaltungen in den Verbundtrassen an die Stellen geleitet, an denen sie gerade benötigt werden - tagsüber beispielsweise in die Industriestandorte, abends in die Wohngebiete und nachts zu Speicherstationen wie Pumpspeicherwerken.

Smart Grids sind dabei insbesondere die Basis für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Eine intelligente Steuerung des Netzes mit einer flexiblen Verschiebung der Stromlast kann die Stromkosten um rund 5,5 Milliarden Euro jährlich senken. Hinzu kommen Einsparungen in Milliardenhöhe durch eine automatisierte Gebäudesteuerung und geringere Kosten beim Netzausbau.

Die Grundlage hierfür bildet sowohl eine Umorganisierung des Netzes sowie deren Kopplung mit ebenfalls weiter auszubauenden Breitband-Datennetzen. Ähnliche Umstrukturierungen wären in Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung möglich. Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Ian Muttoo / Flickr
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