Dell-Manager droht Herstellern von Billig-Servern

Der US-Computerkonzern Dell will sich die zunehmende Konkurrenz von Seiten der Auftragshersteller im Server-Geschäft möglichst vom Leib halten und drohte diesen nun damit, ihnen keine Orders mehr zukommen zu lassen.

Eine ganze Reihe von klassischen Auftragsherstellern hatten in der letzten Zeit begonnen, selbst Server anzubieten. Zu ihnen gehören unter anderem auch die großen Produzenten Quanta Computer und Wistron. Sie reagierten damit auf den Bedarf an einer großen Menge entsprechender Rechner für den Aufbau großer Cloud-Datenzentren zu einem möglichst geringen Preis.

Harius Haas, der die Enterprise Solutions-Sparte von Dell leitet, hat nun seine Unzufriedenheit mit dieser Entwicklung zum Ausdruck gebracht, berichtete das taiwanische Branchenmagazin 'DigiTimes'. Er drohte den Auftragsherstellern, die in diesem Bereich aktiv werden, damit, die Zusammenarbeit zurückzufahren und auf andere Hardware-Produzenten auszuweichen.


Wie das Blatt von Quellen in der Branche erfahren haben will, soll Dell auch schon damit begonnen haben, bei jenen Produzenten, die No-Name-Server verkaufen, die eigenen Fertigungsaufträge zurückzufahren. Konkret soll es unter anderem Wistron getroffen haben. Dell soll hier bisherige Aufträge zum Konkurrenten Inventec umgeleitet haben. Quanta kam hingegen bisher noch ohne Einschränkungen davon - wohl weil das Unternehmen seine eigene Server-Produktion in eine Tochtergesellschaft ausgliederte.

Wie Haas ausführte, arbeite man gern mit Auftragsherstellern zusammen, die Willens sind, zu einer Stärkung des Server-Marktes beizutragen. Diese könnten im Zuge der Entwicklung neuer Systeme auch mit Investitionen Dells in die Produktionsanlagen rechnen, damit neue Technologien in den Geräten umgesetzt werden können. Wenn allerdings ein Auftragshersteller der Meinung sei, er müsste selbst mit Dell um Bestellungen von den Endkunden konkurrieren, müsse dieser damit rechnen, dass solche Investitionen zurückgefahren werden.

Bei den fraglichen Auftragsherstellern dürfte dies allerdings nicht sofort dazu führen, dass sie sich aus dem Bereich zurückziehen. Statt dessen wird wohl das große Rechnen beginnen. Denn der Markt ist für sie durchaus lukrativ. Bei Quanta hat sich der Umsatzanteil der No-Name-Systeme am gesamten Server-Geschäft beispielsweise binnen eines Jahres von 40 auf 60 Prozent erhöht. Und solange noch Aufträge von anderen Großkunden hereinkommen, könnte man hier zu der Auffassung kommen, dass eine fortgeführte Zusammenarbeit mit Dell letztlich für weniger Erträge sorgt.
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Dell soll sich mal ned so haben...
 
Die Frage ist wer wem da mehr schadet. Wenn Dell nix mehr bestelllt, dann können die Auftragsfertiger mehr eigene Systeme bauen.
 
@Spacerat: wodurch Sie auch die höcheren Kosten für Entwicklung o.ä. selbst tragen müssen.
 
@Eziens: Das wäre jetzt 2 Jahre in die Zukunft Gedacht - das können BWL'er aber nicht!
 
@Spacerat: Dann beißt sich ganz schnell die Katze im Schwanz. Die Fertiger haben meist keine eigene Entwicklung. Die bauen halt nur. Die Kosten und das KnowHow haben eben die größeren Anbieter, die diese wieder über die Preise reinholen.


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