Steuern & Preisbindung behindern E-Book-Markt

Der Markt für E-Books entwickelt sich nun auch in Deutschland mit beachtlichen Wachstumsraten. Allerdings behindern neben dem zaghaften Vorgehen der Verlage auch gesetzliche Vorgaben eine schnellere Entwicklung des Bereiches.

Bei E-Book sind Konsumenten besonders preissensibel: 60 Prozent der Kunden entscheiden sich nur dann für die elektronische Ausgabe, wenn es deutlich günstiger ist als die gedruckte Version. Diesen Erwartungen entsprechend kosten elektronische Bücher derzeit im Durchschnitt bereits 20 Prozent weniger, berichtete das Beratungshaus PwC angesichtes des Starts der Buchmesse in Frankfurt am Main.

Eine Änderung bei den gesetzlichen Vorgaben könnte die Entwicklung aber noch einmal beschleunigen. So fällt bei E-Books in Deutschland der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent an, während bei gedruckten Exemplaren der reduzierte Steuersatz von sieben Prozent angewendet wird. Die Möglichkeiten, den Mehrwertsteuersatz für gedruckte und elektronische Bücher anzugleichen, werden derzeit von der EU-Kommission geprüft. "Eine Senkung der Mehrwertsteuer würde dem E-Book-Markt ohne Zweifel einen zusätzlichen Schub verleihen", kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.


Ein weiteres Hindernis ist die Buchpreisbindung, die flexible Vergütungsmodelle, mit denen Verlage auf dem Markt experimentieren könnten, verhindert. So ist es beispielsweise nicht möglich, den Kunden testweise freizustellen, wie viel sie für ein E-Book zu zahlen bereit sind. Ein einheitlicher Preis für alle ist verpflichtend.

Hinzu kommt eine zaghafte Haltung vieler Verlage. Erst etwa jeder zweite Verlag bietet bis jetzt bereits Ausgaben in elektronischer Form an. Die meisten Verkaufsplattformen führen daher derzeit erst zwischen 50.000 und 150.000 deutschsprachige Titel.

Trotz dieser Hindernisse entwickelt sich der Markt inzwischen rasant. Während die Print-Umsätze im Bereich Belletristik bis 2016 im Schnitt jährlich um 1,5 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro sinken, steigt der Absatz mit E-Books im gleichen Zeitraum voraussichtlich jährlich um durchschnittlich 68 Prozent auf 650 Millionen Euro. Der Umsatzanteil der elektronischen Bücher am Belletristikmarkt soll laut einer PwC-Prognose bis 2016 so auf 13 Prozent steigen - was immer noch recht wenig ist, wenn man sich den englischsprachigen Markt ansieht. In den USA haben die E-Books inzwischen die Verkaufszahlen der Hardcover-Ausgaben übertroffen.
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Wäre es nicht eigentlich möglich die Preisbindung auszuhebeln, in dem man das E-Book als Mängelexemplar deklariert?
 
@Kloeti: Dann muss es aber auch unkorrigierbare Mängel aufweisen…
 
@Kloeti: Früher gab es bei bertelsmann sogenannte "Club Editionen" von Büchern, die hatten dann einen anderen Umschlag und ein anderes Vorwort, schon konnte man die bücher billiger verkaufen
 
@Maik1000: Sonderauflagen sind natürlich immer möglich, diese werden aber mit den Verlagen ausgearbeitet und dann wird ein anderer Preis festgelegt. So eine Sonderauflage gab es dann für 3,99€ bei Amazon. (http://www.kindlepost.de/2012/07/witzige-sommerlekt%C3%BCre-f%C3%BCr-je-399-eur.html)
 
@NikiLaus2005: Tuts doch. Das komplett Papier fehlt auf dem die Buchstaben normalerweise aufgebracht sind ^^ ... Ist albern, könnte bei Sesselpupern aber trotzdem ziehen ;)


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