Japan: Bis zu 2 Jahre Haft für 1 illegalen Download

Filesharing, Keyboard, Share Bildquelle: Niklas Wikström / Flickr
Japanische Internet-User müssen ab sofort mit hohen Geldstrafen und verhältnismäßig langen Haftstrafen rechnen, wenn sie illegal über das Internet verbreitete Inhalte herunterladen, die dem Urheberrecht unterliegen. Zwar ist das Herunterladen von illegalen Inhalten in Japan schon seit 2010 verboten, doch bisher wurden die Strafen von den Behörden nicht durchgesetzt. Im Juni wurde die Durchsetzung der teilweise drakonisch wirkenden Strafen nun endgültig beschlossen, obwohl es massive Proteste von Seiten der Nutzer gab, berichtet die 'BBC'.

Theoretisch kann bereits für den Download einer einzelnen Datei eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet fast 20.000 Euro und einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren fällig werden. Für den Upload von illegal kopierten Musik- oder Video-Inhalten drohen sogar bis zu umgerechnet knapp 100.000 Euro Geldstrafe und bis zu 10 Jahren Haft.

Die Umsetzung der Gesetze gegen illegale Downloads ist auf die umfangreiche Lobbyarbeit der Musik- und Filmindustrie in Japan zurückzuführen. Der Verband der Musikindustrie hatte darauf gedrängt, weil seinen Angaben zufolge auf jeden legalen Medien-Download rund zehn illegale Downloads kommen.

Unter Berufung auf eine Studie aus dem Jahr 2010 hatte die Musik-Lobby behauptet, bei 440 Millionen legal verkauften Musik- und Video-Downloads gab es fast 4,4 Milliarden illegale Downloads solcher Inhalte.

Nach Angaben von Naoki Kitagawa, Vorsitzender der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) und gleichzeitig Chef von Sony Music Entertainment Japan, hofft man nun, dass die drohenden Strafen die Zahl der Urheberrechtsverletzungen durch japanische Internetnutzer drastisch reduzieren.

Kritiker halten die Durchsetzung der harten Strafen für vollkommen überzogen. Selbst die Vereinigung der japanischen Anwaltskammern kritisierte, dass die persönlichen Aktivitäten der Internet-User kriminalisiert würden und die durch illegale Downloads einzelner Nutzer verursachten Schäden von äußerst geringer Bedeutung seien. Filesharing, Keyboard, Share Filesharing, Keyboard, Share Niklas Wikström / Flickr
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