Der ehemalige Chef der US-Copyright-Registratur Ralph Oman hat eine der bisher wohl radikalsten Maßnahmen zur Durchsetzung von Urheberrechten im Internet vorgeschlagen: Neue Technologien zur Verbreitung von Inhalten sollten seiner Ansicht nach zulassungspflichtig werden.
Nach seiner Vorstellung müssten neue Dienste im Internet stets erst dem US-Kongress zur Begutachtung vorgelegt werden. Nur wenn eindeutig belegt sei, dass sie keine neuen Möglichkeiten zur illegalen Verbreitung geschützter Inhalte öffnen oder bestehende Geschäftsmodelle im Medienbereich gefährden, soll eine Zulassung erfolgen können.
Das erklärte Oman in einer Stellungnahme bezüglich eines Rechtsstreits zwischen Fernsehsendern und dem Unternehmen Aereo. Dieses bietet seinen Kunden ein System an, mit dem man Fernsehen wie gewohnt über eine Antenne empfangen und sich dann direkt über das Netz auf ein internetfähiges Gerät streamen lassen kann. Die Fernsehsender sahen hierin ihre Hoheit über die Distributionskanäle für ihre Inhalte gefährdet und zogen vor Gericht - allerdings erfolglos.
Nach Ansicht Omans waren die Forderungen nach einer Abschaltung eines solchen Dienstes aber durchaus berechtigt. Daher forderte er eine entsprechende Anpassung der Gesetzgebung. Er ging dabei so weit, eine grundsätzliche Zulassungspflicht für alle neuen Technologien zur Auslieferung von Inhalten zu verlangen.
Dies würde letztlich bedeuten, dass jegliche Innovation im Netz erst einmal als illegal eingestuft wird. Eine entsprechende Regelung würde die Weiterentwicklung von Online-Diensten damit quasi zum Erliegen bringen. Wäre ein solches Modell bereits seit längerem Realität, würde es Technologien und Dienste wie Youtube, das World Wide Web und vermutlich auch das Internet an sich überhaupt nicht geben. Denn jede offene Kommunikationsplattform bietet letztlich die Möglichkeit, auch geschützte Inhalte weiterzuverbreiten.

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