Der indische Telekommunikations-Minister Kapil Sibal sieht die Ära, in dem die Sprachtelefonie die Basis des Geschäftsmodells für Mobilfunkbetreiber darstellte, an ihrem Ende. Diese sollten ihr Business auf die Vermarktung von Datendiensten umstellen und normale Telefonate kostenlos anbieten, forderte er.
""Aktuell hängt die Industrie von dem Umsatz ab, der mit Sprachtelefonie generiert wird, es ist aber an der Zeit, dass die Branche sich entscheidet, in eine Richtung zu gehen, in der Umsätze aus der Datenübertragung kommen und nicht von der Sprache", erklärte Sibal laut einem Bericht der 'India Times' auf einer Breitband-Konferenz.
Damit dies gelingt, so führte er weiter aus, sei es notwendig, dass sich die Denkweise in der Branche verändere. Diese sei immer noch darauf ausgerichtet, vor allem Sprachtelefonie als wichtigstes Produkt anzubieten. Allerdings verändert sich die Realität dahingehend, dass Datenverbindungen für die Nutzer eben kein nützliches Zusatzangebot mehr sind, sondern die zentrale Funktion des Mobilfunks. "Wenn Sie mich fragen, sollte Sprachtelefonie nicht mehr berechnet werden", sagt Sibal.
Wenn es gelingt, die Mobilfunkbranche entsprechend neu auszurichten, würde dies wohl auch zu einer besseren Versorgung vieler Menschen mit mobilen Breitband-Diensten führen, so die Hoffnung des indischen Telekommunikationsministers. Denn wenn die Datenübertragungen als zentrales Produkt angesehen würden, wäre der Anreiz, den Netzausbau schneller voranzutreiben, deutlich stärker gegeben.
Dies hat vor allem auch für Länder wie Indien eine zentrale Bedeutung. Denn gerade in den ländlichen Regionen gibt es oft kaum eine kabelgebundene Versorgung mit Internet-Zugängen. Mobiltelefone stellen hier für viele Menschen die zentralen Zugangssysteme zu Informationen aus dem Internet dar, die für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage essenziell sind - wie etwa aktuelle Wetterdaten für die Landwirtschaft.


Auch Unterwegs bestens informiert!




Alle Kommentare zu dieser News anzeigen