Europäische Sprachen durch Digitalisierung bedroht

Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Bildquelle: Nicolas Raymond / Flickr
Eine ganze Reihe von europäischen Sprachen werden in der digitalen Welt unter Umständen nicht überleben. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von europäischen Sprachtechnologie-Experten. Sie kommen zu dem Schluss, dass bei 21 der 30 untersuchten Sprachen ein digitaler Rückhalt nicht existiert oder bestenfalls schwach ist.
Europa müsse nach Ansicht der Wissenschaftler Maßnahmen ergreifen, um seine Sprachen auf das digitale Zeitalter vorzubereiten. Immerhin sind sie ein wertvoller Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Um in Zukunft bestehen zu können, müssen sie aber nicht nur regional gesprochen, sondern von den Muttersprachlern auch online verwendet werden, was entsprechende technologische Voraussetzungen erfordert.

Insgesamt 21 von 30 untersuchten Sprachen wurden von den Experten mindestens einmal in die schlechteste Kategorie "Unterstützung ist schwach oder nicht-existent" eingeordnet. Mehrere Sprachen, zum Beispiel Isländisch, Litauisch und Maltesisch, erhalten diese Bewertung in allen vier Gebieten. Nur das Englische wurde mit "guter Unterstützung" bewertet, gefolgt von Sprachen wie Niederländisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch mit "moderater Unterstützung".

Sprachen wie Baskisch, Bulgarisch, Katalanisch, Griechisch, Ungarisch und Polnisch zeigen nur "fragmentarische Unterstützung", womit auch sie in die Gruppe von Hochrisiko-Sprachen eingeordnet werden müssen. "Die Ergebnisse unserer Studie sind äußerst alarmierend. Der Mehrheit der europäischen Sprachen mangelt es in gravierendem Maße an technologischer Unterstützung, und einige werden fast komplett vernachlässigt", sagte Hans Uszkoreit, Koordinator der Untersuchung.

"Es gibt dramatische Unterschiede bei der Unterstützung der verschiedenen europäischen Sprachen und Technologiebereiche durch Sprachtechnologie. Die Schere zwischen 'großen' und 'kleinen' Sprachen geht immer weiter auf. Wir müssen sicherstellen, dass wir alle kleineren und unterversorgten Sprachen mit den nötigen Basistechnologien ausstatten, denn sonst sind diese Sprachen zum digitalen Aussterben verdammt", ergänzte Georg Rehm, Mitherausgeber der Studie.

Zu den Sprachtechnologien, die für gefährdete Sprachen benötigt werden, gehören unter anderem Textverarbeitungen mit Rechtschreibkontrolle und Grammatiküberprüfung, automatische Übersetzungsprogramme, persönliche Assistenten in Smartphones, automatische Dialogsysteme für Auskünfte oder Buchungen per Telefon, Suchmaschinen im Web und synthetische Stimmen in Navigationssystemen.

Derzeit basieren sprachtechnologische Komponenten und Systeme vornehmlich auf statistischen Methoden, die immens große Datenmengen geschriebener oder gesprochener Sprache benötigen. Gerade für Sprachen mit vergleichsweise wenigen Sprechern ist es oftmals sehr schwierig, diese Datenmengen im benötigten Umfang zu sammeln. Zudem unterliegen statistische Verfahren inhärenten Grenzen, was ihre Qualität betrifft, wie man beispielsweise an den oftmals amüsanten fehlerhaften Übersetzungen sehen kann, die von Online-Übersetzungsprogrammen erzeugt werden. Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Nicolas Raymond / Flickr
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