Piratin Schramm stoppt illegalen Buch-Download

Julia Schramm hat gestern ein Buch mit dem Titel "Klick mich: Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin" veröffentlicht. Ihr Verlag ging nun gegen illegale Kopien vor, was einen an sich inzwischen üblichen Vorgang darstellt. Das vermeintliche Problem: Julia Schramm ist ein führendes Mitglied der Piratenpartei.

Als Piratin, die sich nicht nur dem eigenen Parteiprogramm verpflichtet hat sowie in Vergangenheit selbst immer wieder gegen das Urheberrecht ausgesprochen hat (laut 'FAZ' bezeichnete sie den Begriff "geistiges Eigentum" als "ekelhaft"), steht Julia Schramm nun nicht im besten Licht da.

Und zwar ließ Random House, der Verlag der Jungpolitikerin, eine auf Dropbox zur Verfügung gestellte illegale Kopie des Buches per DMCA-Beschwerde (Digital Millennium Copyright Act) löschen. Die Kopie wurde offenbar ganz bewusst platziert, denn auf einer eigens eingerichteten Tumblr-Seite mit dem Titel 'Klickmichdownload' wird aus dem Parteiprogramm der Piraten zitiert. Julia SchrammPiraten-Politikerin Julia Schramm Dort wird auf eine Passage zum Thema Urheberrecht verwiesen: "Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar."

Dass politische Hintergründe hierbei eine Rolle spielen, davon kann man wohl ausgehen. Denn nach dem Löschen der Dropbox-Datei wurde eine Kopie im Wiki der Piratenpartei platziert. Mittlerweile ist allerdings auch diese Datei entfernt worden.


Schramm hat sich zu der Angelegenheit nun gegenüber der 'Süddeutschen' geäußert und meinte, dass sie von der Aufregung nicht überrascht sei: "Ich finde es sehr erwartbar und eigentlich traurig, was jetzt passiert. Das ist eine Provokation, es geht nur darum mich vorzuführen, jetzt krakeelt eben wieder der Mob", so die 26-Jährige.

Einen Widerspruch sieht sie im Vorgehen des Verlages jedoch nicht: "Ich lehne nicht das Urheberrecht, sondern den Begriff des geistigen Eigentums ab, weil er ein Kampfbegriff ist", so Schramm in der SZ. Die Politikerin verwies auch darauf, dass der jüngste Verstoß nicht mit einer Abmahngebühr bestraft worden ist.

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Es ist doch sicherlich ein Pirat anwesend der die Schizophrenie in der Partei aufklären kann oder?!
 
@shinguin: Finde den letzten Absatz - die Stellungnahme - auch ziemlich abenteuerlich. Kann man verstehen, aber lässt wirklich viel Raum. Ziemlich unglückliche Rechtfertigung...
 
@shinguin: Ja, ich. In der Piratenpartei kann jeder mitmachen - unabhängig von Gesinnung oder Meinungen. So gibt es bei den Piraten auch Personen die für das Urheberrecht sind. Das äußert sich zb in Wahlen - wären alle einer Meinung, bräuchte es auch kein LiquidFeedback zb. Auch ist es Piraten gestattet, ihre Ansichten jederzeit zu ändern. Es gibt nicht den ausgebauten Fraktionszwang wie in anderen Parteien, zumal Julia Schramm auch keine Abgeordnete ist. Abgesehen davon ist Julia Schramm wegen ihres Buches schon lange in der Partei umstritten. Aber so ist das eben bei einer Mitmachpartei für alle. Für mich aber kein Grund, gleich Schmutzkampagnen zu starten wie es hier passiert ist. Für mich liegt die eigene Schizophrenie eher da, dass die Piraten auch das Ziel haben eine offene Diskussionskultur zu pflegen, aber wo ich auch hinschau, seh ich nur Streit, Provokation, und die Pflege von Tabus um der CDU keine Vorlagen für Attacken zu geben. Ich trete übrigens unter anderem auch deshalb noch dieses Jahr aus.
 
@shinguin: Basisdemokratie.
 
@shinguin: Ja, ich auch... Ich kann jetzt nichts über andere Parteien sagen, aber es gibt bei den Piraten zu jedem Thema mindest 4 Splittergruppen, wo jeder Recht behalten will und wo dann insgesamt meistens der gewinnt, der am lautesten und dauerhaftesten schreien kann. Für viele bei den Piraten ist eine Diskussion leider eher sowas wie eine Bundestagsdebatte, wo zwar auch jeder seine Meinung sagt, wo es aber ebenfalls nicht darum einen sinnvollen, logischen und besten Konsens zu finden.


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