Facebook: Deutsche Abgeordnete hinken hinterher

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US-amerikanische Parlamentarier sind auf Facebook stärker vertreten als deutsche Abgeordnete. Während die US-Volksvertreter einen persönlichen Austausch mit den Wählern suchen, ist die Kommunikation deutscher Parlamentarier eher verhalten.
Das zeigte eine Studie des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) in Hannover. Nach dem erfolgreichen Online-Wahlkampf Barack Obamas bei der US-Präsidentschaftswahl 2008 strebten demnach auch viele deutsche Politiker in soziale Netzwerke. Vor allem Facebook scheint eine geeignete Plattform für den direkten Austausch zwischen Volksvertretern und Wählern zu bieten. Im Vergleich zu den US-Politikern wird den deutschen Kollegen jedoch mangelnde Professionalität in der Online-Kommunikation vorgeworfen.

US-Parlamentarier sind laut der Studie präsenter in dem Online-Netzwerk. Über 98 Prozent von ihnen sind mit einem eigenen Profil auf Facebook vertreten. Der Anteil liegt bei den Bundestagsabgeordneten um 24 Prozentpunkte niedriger (74 Prozent). Das Profil wird von den amerikanischen Abgeordneten zudem aktiver eingesetzt: So setzten 71 Prozent der Politiker aus den USA mit Facebook-Profil im zweiwöchigen Untersuchungszeitraum mindestens einen Post ab, während nur 42 Prozent der deutschen Abgeordneten mit Profil über Posts kommunizierten.

Auch der Austausch mit den Wählern wird von den US-amerikanischen Parlamentariern persönlicher gestaltet als von den deutschen Abgeordneten. Kongressmitglieder geben über ihre Facebook-Profile mehr von sich und ihrem Leben Preis. Während bei einer knappen Hälfte der amerikanischen Profile (45 Prozent) der Beziehungsstatus öffentlich einzusehen war, traf dies nur auf ein Viertel der deutschen Profile zu (25 Prozent).

Auch über ihre Posts verbreiten amerikanische Politiker häufiger private Inhalte als deutsche Abgeordnete: Jeder sechste Post der amerikanischen Repräsentanten bezieht sich auf das Privatleben. Thematisiert werden vor allem das Familienleben sowie private Interessen. Deutsche Abgeordnete teilen durchschnittlich nur in jedem zehnten Post Privates.

Die Ergebnisse der Studie seien aber nicht zwangsweise als unprofessionelle Kommunikation deutscher Politiker zu werten. "Die analysierten Differenzen zwischen deutschen und amerikanischen Politikern spiegeln die unterschiedlichen politischen Systeme und damit die divergierenden Ansprüche an die Politiker wider: Amerikanische Politiker sind stärker auf finanzielle Unterstützung ihrer Wählerinnen und Wähler angewiesen und müssen sich differenzierter politisch profilieren. In Deutschland übernehmen die Parteien die Aufgabe der Finanzierung des Wahlkampfes und der Definition der politischen Linie über das Parteiprogramm", erläuterte Helmut Scherer, der die Studie leitete. Android, App, Facebook Android, App, Facebook Facebook
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