Senf 8: Tag 14 – Windows 8, Trumpfkarte Tablet

Windows 8 Einer der ganz großen Trends der IFA waren zweifellos Tablets und Hybrid-Geräte mit Windows 8. Kein Hersteller scheint wegen des Microsoft-eigenen Surface-Tablets beleidigt zu sein. Ganz im Gegenteil: Viele sehen das neue OS offenbar als Chance. Durchaus zu Recht.

Über Windows 8 am Desktop-PC gehen die Meinungen bekanntlich auseinander, auch der Fokus auf Tablet-Bedienbarkeit ist in diesem Zusammenhang sehr umstritten. Aber das soll heute nicht im Zentrum dieses Beitrags stehen, dieser soll alleine die Tablet- und Touch-Funktionalität von Windows 8 zum Inhalt haben.

Und eines steht für mich fest: Als Tablet-OS funktioniert Windows 8 ausgezeichnet. Die Einschätzung basiert, wie im ersten Beitrag erwähnt, auf der längeren Nutzung eines Series 7 Slate von Samsung, also dem primären Entwickler-Gerät in der Beta-Phase.

Samsung Ativ Smart PC – Hands-on von der IFA 2012
(HD-Version)

Das Series 7 ist ein x86-Tablet, das bedeutet, dass darauf das ganz normale Windows 8 läuft, weil ein vollwertiger PC-Chipsatz drin steckt und nicht wie bei Windows RT einer von ARM. Kleine Anmerkung: Ich habe noch kein RT-Gerät in der Hand gehabt, kann also nur spekulieren, ob und was man dort tatsächlich vermisst.

Auf dem Tablet sieht meine Nutzung von Windows 8 komplett anders aus als vor einem Desktop-Rechner: Ich bin bei Touch-Bedienung praktisch nur auf der Metro-Oberfläche unterwegs. Den Desktop-Modus meide ich nach Möglichkeit. Der ist schlichtweg zu fummelig für Touch, hat allerdings den Vorteil, dass man ein x86-Tablet mit Tastatur, Maus und Dock eben auch als "ganz normalen" PC nutzen oder auch zickige Flash-Seiten ansehen kann.

Insofern finde ich die Entwicklung, die sich gerade auf der IFA abgezeichnet hat, schon ziemlich interessant. Bisher gab es eigentlich kaum einen zwingenden Grund, sich ein Ultrabook zu kaufen. Ein Ultrabook aber, das man auch als Tablet nutzen kann, ist eine andere Geschichte.

Samsung Ativ Tab – Das Windows-RT-Tablet im Hands-on
(HD-Version)

Metro und Touch ist eine gelungene Kombination. Die Design-Sprache ist klar, weshalb es leicht fällt, auf dem Start-Schirm das gewünschte Programm zu finden. Das trifft natürlich vor allem für Metro-Apps, aber auch diverse Desktop-Verknüpfungen zu, auch bei letzteren sticht ein Symbol (in einem grau unterlegten Metro-Quadrat) schnell ins Auge.

Die Charms-Bar ist nützlicher als am Desktop, auch ihre Bedienung geht deutlich besser von der Hand: Statt mit der Maus in eine der rechten Ecken fahren zu müssen, zieht man die Leiste einfach per Wisch am (ganzen) rechten Rand heraus. Ähnliches gilt für die linke Seite, dort "schiebt" man die zuletzt verwendeten Anwendungen heraus.


Die in der Charms-Bar integrierten Funktionen ergeben auf einem Tablet sicherlich auch mehr Sinn: Die zentral platzierte Suchfunktion ist praktisch, ich vermisse darin nur eine Möglichkeit, nämlich das direkte Durchsuchen einer Webseite nach einem Stichwort. Die Funktion ist nämlich nicht dort, wo man sie erwarten würde, sondern eher in den versteckt in den Zusatz-Optionen (unglücklich in diesem Zusammenhang: das Werkzeug-Symbol) des integrierten IE10.

Apropos Internet Explorer 10: Der Browser läuft flüssig und ist auch gut per Touch zu bedienen. Und er hat eine Funktionalität, die ich als absolutes Killer-Feature bezeichnen würde: das Vor- und Zurück-Blättern von Webseiten per Wisch. Das hat meines Wissens kein anderer Touch-Browser, Apple, Google und wie sie alle heißen sollten am besten sofort die Banken plündern und sich die Lizenz holen.

ASUS Vivo Tab – Hands On
(HD-Version)

Es ist so einfach wie es klingt: Will man im IE10 auf einer Seite zurück, wischt man nach rechts, zieht die vorherige Seite also quasi zurück auf den Schirm. Das ist um Hausecken bequemer als einen Zurück-Knopf treffen zu müssen. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich die Geste instinktiv auch auf meinem Nexus 7 mache.

Zurück zur Charms-Bar: Auf dem Tablet spielt der Teilen-Knopf eine deutlich prominentere Rolle. Ich verwende den, ganz im Gegensatz zum PC, doch immer wieder. Wenn man etwa auf der Couch sitzt und einen Link findet, den man per Facebook, Twitter oder Mail weitergeben will, dann ist "Teilen" durchaus sinnvoll. Die Funktion merkt sich auch die zuletzt genutzten Übermittlungsarten, auch eine bestimmte Mail-Adresse. Praktisch.

Wo Windows 8 noch zurückhängt, sind die Apps. Langsam füllt sich der Windows Market zwar, mit Ausnahme der Spiele-Abteilung ist die Auswahl eher noch dürftig. Da ist Microsoft aber auf das Wohlwollen externer Entwickler angewiesen. Hier ist allerdings der Stichtag der 26. Oktober, bis dahin sollte aber noch ein wenig was dazukommen.

Mit Windows 8 wird der Tablet-Markt also auf alle Fälle spannender. Das Betriebssystem kann gerade beim Thema Tablets mit der Konkurrenz mithalten, mehr als es Windows Phone 7 bisher bei Smartphones konnte. Und für den Konsumenten ist große Auswahl sicher auch nicht von Nachteil. Dieser Blog-Beitrag repräsentiert ausschließlich die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig jene der WinFuture-Redaktion.

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Schön geschrieben , auch wenn ich mir das nicht kaufen werde ( nach monatelangem Testen ) gibt es sicherlich einige , die darauf "abfahren". Das positive , was ich bemerkenswert fand , war dass es unglaublich schnell ist , aber ich kam trotzdem nicht so damit klar (Metro , dann diese Kachelsache ). Liegt vielleicht auch daran , dass ich mich daran gewöhnt habe ( Xp , Vista , 7 ). Naja , viel Spaß für die Leute , die sich das kaufen werden.
 
@pc_doctor: Die wenigen, die darauf "abfahren", wurden m.M.n. durch die 500 Millionen Werbebudget aus Redmond "überzeugt". Andere dagegen haben mittlerweile verstanden, dass sogar WinRT nichts anderes ist als das gleiche alte Windows mit einem neuen MediaCenter-Aufsatz namens "Metro": http://www.golem.de/news/windows-rt-im-hands-on-mehr-windows-als-erwartet-1208-94197.html
 
@GeneralExperte: mich hat Werbung noch nie interessiert. Ich hab von 3.11 bis win7 alle windows versionen mit gemacht und muss sagen Windows 8 macht nach einer Eingewöhngsphase mit viel fluchen wegen noch teilweise fehlendem Treiber support verdammt viel spaß. Mann kann das Mondern UI komplett weglassen wenn man will. Von daher ist dieser vogeschobene Kritikpunkt vollkommen nichtig. Ich persönlich nutze das Mondern UI aber mitlerweise sehr gerne, vorallem die neu Suchfunktion und der neue Taksmanager sind den Umstieg schon wert. Und viele viele kleinere annehmlichkeiten :).
 
@Conos: Also die Modern UI(alias Metro) kann man wirklich ausklammern, zum größten Teil. Ich muss sagen, dass ich das bisher auch mache, so wie ich das alte Startmenü schon nicht genutzt hab, sondern eben nur das "Suchenfeld" dort, nutze ich auch in der ModernUI eigentlich nur das Suchen Feld.... Von daher hat sich eigentlich nichts getan.... Aber soviel tolle neue Sachen, fallen mir dann eben leider auch nciht auf. Dateihistorie ist eine nette idee, verbraucht aber vielzuviel Platz, da es alle Dateien sichert und nicht nur "Versionen"(quatsch, weil dafür ist ja Backup da!), der Taskmanager ist jetzt soviel doller auch nicht. Und z.B. das Design finde ich einfach schlecht. Ist nicht schlimm, aber ich frag mich wieso man sich hier für einen Rückschritt entschieden hat. Ach ja weil schlappe Tablets ja nun in jedem Haushalt stehen ich vergaß....
 
@Conos: Meinst du die suchfunktion in der charmbar?


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