Google patentiert Diebstahlschutz für Datenbrille

Peripherie & Multimedia Google hat in den USA ein Patent für Google Glass angemeldet, das einen Diebstahl der Datenbrille unattraktiv machen soll. Dazu erkennt und analysiert diese unter anderem Bewegungsmuster und Gesichtsmerkmale des Trägers.

Wenn nächstes Jahr die Entwicklungsgeräte von Project Glass verschickt werden oder spätestens, wenn die Google-Brille auch für den Endkunden zum Kauf bereit steht, wird diese sicherlich die Aufmerksamkeit vieler Diebe wecken. Um dem entgegenzuwirken, bekommt das Gadget offensichtlich einen ausgefeilten Diebstahlschutz verpasst, berichtet die Seite 'Engadget'.

Zwar kann auch dieser das bloße Entwenden der Brille nicht verhindern, jedoch dürften Langfinger an der Hardware kaum ihre Freude haben: Diese soll nämlich "unnatürliche" Bewegungen mittels Sensoren erkennen und dann das Gerät sperren.

Glass Session: Madame & Bébé Gayno
(HD-Version)

Ein Blick in das Patent offenbart weitere Details. So sollen Kopfbewegungen, die sich von denen des rechtmäßigen Besitzers unterscheiden, anhand der Daten von Kamera, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Schock-Sensoren, Magnetometer, Kompass, Sonar, Orientierungssensoren (Theodolit) sowie GPS erkannt werden.

Bei Abweichungen sperrt sich das System dann automatisch und der Dieb hat keinen Zugriff mehr auf die Daten des Besitzers. Auch ein ruckartiges Entreißen der Brille soll auf diese Weise eine sofortige Sperrung veranlassen.

Sicherheitskonzept Google Glass
Skizzen aus dem Patent

Zusätzlich zur Analyse der Bewegungsmuster sind in dem Patent auch noch weitere Möglichkeiten zur Ermittlung einer nichtautorisierten Person aufgeführt. So soll die Brille auch die Gesichtsform des Trägers erkennen und auswerten können. Dazu werden Merkmale wie Druckstärke der Nasenbügel oder der Tragewinkel und Abstand der Brille zum Gesicht ermittelt.

Ebenfalls könnten dem Dokument zufolge noch weitere Daten wie Puls, Atemfrequenz oder bestimmte Sprachmuster des Trägers in die Analyse miteinfließen. Gleiches gilt für eine Auswertung des Fingerabdrucks, der Iris, Retina sowie der Pupillen. Auch eine Bildanalyse der räumlichen Umgebung könnte in bestimmten Situationen hinzugezogen werden.


Sämtliche Indikatoren können auch kombiniert werden. Der Zugriff auf die Brille würde dann nur gesperrt, wenn mehrere Kriterien gleichzeitig zutreffen. So soll sich ein irrtümliches Auslösen des Sicherheitsmechanismus verhindern lassen.

Neben einer bloßen Sperrung der Brille listet das Patent noch weitere mögliche Maßnahmen auf: So könne die Brille zusätzlich ein Alarmsignal abspielen, Lichtsignale aussenden oder gar Sicherheitskräfte wie die Polizei in Kenntnis setzen. Mittels GPS-Tracking und einer Übertragung des Kamerabildes ließe sich der Dieb zudem leicht verfolgen. Für Extremfälle sieht das Patent sogar die Möglichkeit einer "Selbstzerstörung" der Datenbrille vor.
Mehr zum Thema: Google Glass
Diese Nachricht empfehlen
 
Oh Google patentiert Dinge, die sie wirklich entwickelt haben. Wie sympathisch. Könnte mich grad so über die vorige News aufregen.
 
[re:1] algo am 18.07.12 14:15 Uhr
(-2
@Mehrsau: Ist also auch kein Zufall, das diese News direkt danach gepostet wurde ;-)
 
@Mehrsau: Ich musste auch direkt an das Apple Scrollbalken-Patent denken. Heutzutage kann man ja schon froh sein, wenn ein Technologiekonzern ein Patent nicht nur beantragt, um bewusst die Konkurrenz zu verklagen - Also "Feature-Patente".
 
Also erstmal... das Bild für das Patent ist ja großartig :) Und dann noch... endlich mal ein Patent das wirklich Sinn macht und in einer News verewigt wird.
 
Find ich gut! Wenn mir jemand schon etwas klaut, soll er auch kein nutzen davon ziehen!


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Videobrillen auf Amazon

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles