Slot-1-Karten: Händler legt nach Urteil Berufung ein

Logo, Handheld, Nintendo Ds Bildquelle: Nintendo
Nachdem das Landgericht München kürzlich einen Händler sogenannter Slot-1-Karten zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von einer Million Euro verurteilt hatte, legt dieser nun Berufung ein. Am 20. Juni hatte das Gericht den Online-Händler SR-Tronic zur Zahlung der besagten Summe an Nintendo verurteilt. SR-Tronic hatte in den Jahren 2008/09 die Slot-1- bzw. Flashkarten über das Internet vertrieben. Das Gericht begründete seinen Beschluss damit, dass die Karten zur illegalen Nutzung von DS-Spielen verwendet werden könnten. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig war, geht der Verurteilte nun in Berufung. Die Sache wird somit an den Bundesgerichtshof weitergegeben.

In der offiziellen 'Pressemitteilung' legt SR-Tronic dar, dass man mit den Karten vorrangig von Drittanbietern entwickelte Homebrew-Software abspielen könne. Diese erweiterten den Nintendo DS somit um weitere Funktionen wie einen MP3-Player oder Twitter- und Facebook-Client. "Alles Funktionen, die Nintendo selbst nicht anbietet bzw. damals nicht anbot", so SR-Tronic.

Zwar räumt der Händler ein, man könne mit den Karten durchaus auch illegal vervielfältigte Spiele nutzen, allerdings liege es ganz allein in der Hand der Nutzer, ob die Karten zu diesem Zweck genutzt würden oder nicht, "so wie es im Übrigen auch möglich ist, CD/DVD Brenner legal und illegal zu nutzen", so die weitere Ausführung des Händlers.

In seiner Begründung für den Einspruch bemängelt dieser zudem, dass Nintendo während des gesamten Verfahrens überhaupt nicht bewiesen hat, dass die Spiele des Nintendo DS überhaupt einen Kopierschutz besitzen. Darüber hinaus sei ein Auslesen oder gar Vervielfältigen von Spielen mit den Karten ohnehin nicht möglich.

Überhaupt ginge es dem Händler zufolge Nintendo in erster Linie gar nicht darum, die illegale Nutzung kopierter Spiele zu unterbinden, sondern darum, den Markt wieder zu schließen, "der sich für Drittentwickler eröffnet hatte." Dies sei auch daran zu erkennen, dass Nintendo nicht diejenigen verfolgt, die die rechtswidrig kopierten Spiele verbreiten, sondern stattdessen gegen die Anbieter der Slot-1-Karten vorgeht.

Nach eigenen Aussagen möchte der Händler das Verfahren gegen Nintendo sowohl im Sinne der Nutzer als auch der Dritt-Entwickler weiterführen. Ob dieser mit der Berufung vor dem Bundesgerichtshof auf Grundlage der dargelegten Punkte Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Logo, Handheld, Nintendo Ds Logo, Handheld, Nintendo Ds Nintendo
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