Mieterbund, Wohnungsunternehmen und der Verbraucherzentrale Bundesverband haben sich gegen eine künstliche Verteuerung des Fernsehempfangs in Folge der Umstellung auf die digitale Übertragung ausgesprochen. Sie forderten die Sender und Kabelnetzbetreiber auf, Barrieren abzubauen.
Dies bedeutet ihrer Ansicht nach insbesondere, die Grundverschlüsselung als Hindernis für den Umstieg auf den digitalen Kabelempfang abzuschaffen, so eine heute veröffentlichte gemeinsame Stellungnahme. Diese Position unterstützen inzwischen auch die Landesmedienanstalten.
Teurer werden private Fernsehprogramme für Kunden beim Umstieg von analogen auf digitalen Empfang, weil die großen privaten Sender über einzelne Kabelnetzbetreiber über die so genannte Grundverschlüsselung zusätzliche Gebühren erheben. Verbraucher müssen nicht nur einen extra Empfänger zur Entschlüsselung der betreffenden Programme nutzen, sondern zahlen zusätzlich an den Netzbetreiber.
Kürzlich hatte sich auch die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) der Landesmedienanstalten im Interesse einer schnelleren Digitalisierung der kabelgebundenen Rundfunkversorgung dafür ausgesprochen, die Grundverschlüsselung aufzugeben. Die Privatsender finanzieren sich immerhin bereits über Werbung und die Gebühren für die Entschlüsselung sind für sie eine zusätzliche Einnahmequelle, für die es kaum einen nachvollziehbaren Grund gibt.
"Es ist dreist, frei empfangbare TV-Programme erst zu verschlüsseln, um dann für die Entschlüsselung Geld zu verlangen. Das ist moderne Wegelagerei", sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Darüber hinaus lässt die technische Realisierung einen Netzbetreiber und Programmanbieter auf Kundendaten zugreifen, die auch zu Werbezwecken missbraucht werden könnten, bemängeln Verbraucherschützer.


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