In den USA kommt es in letzter Zeit immer wieder zum so genannten "SWATing": Dabei rufen verärgerte Spieler von Online-Games bei der Polizei an und erheben schwere, aber frei erfundene Vorwürfe, worauf Sondereinsatzkräfte gegen Unschuldige ausrücken.
Das mussten gerade auch ein 16-jähriger Minecraft-Spieler und dessen Familie aus dem US-Bundestaat Washington am eigenen Leib erfahren. Wie das Gaming-Blog 'Kotaku' unter Berufung auf den Lokalfernsehsender 'KING-TV' berichtet, begann die Sache bei einer Online-Partie von Minecraft.
Jacob Neumann, der eine Minecraft-Gruppe samt Server leitet, hatte einen Troll vom Server geschmissen, der zuvor durch Beschimpfungen im Chat aufgefallen war. Daraufhin kontaktierte der Troll Neumann über Sprach-Chat und kündigte an, dass er wegen des Kicks sein Haus "swaten" werde.
Einige Stunden später umstellten Beamte von vier unterschiedlichen Polizeibehörden das Haus des 16-Jährigen. Die Polizei hatte nämlich einen Anruf erhalten, dass Jacobs Vater seine angebliche 14-jährige Tochter (die es nicht gibt) im Haus erschossen habe, weil sie ihm zuvor gesagt haben soll, dass sie schwanger sei.
Das Einsatzkommando (SWAT steht für "Special Weapons and Tactics") der Polizei rückte mit gezückten Waffen an, überwältigte den unschuldigen Vater und verhaftete ihn, auch seine beiden Söhne wurden aufgefordert, das Haus zu verlassen. Glücklicherweise konnten die Neumanns die Lage beruhigen und aufklären, bevor etwas passieren konnte. Nachdem die Beamten das Haus durchsucht haben, stellte sich die Sache endgültig als eine bösartige Racheaktion heraus.
Der Polizei blieb in diesem Fall nichts anderes übrig, als in voller Stärke und Bewaffnung auszurücken, da sie in solchen (echten) Fällen keine Zeit verlieren darf. Der "Täter" dürfte übrigens möglicherweise ungestraft davonkommen: Er sitzt im benachbarten Kanada und ist somit vermutlich außer Griffweite der US-Behörden.

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