Klage gegen Werbe-Skipper in Cloud-Videorecordern

Eine Reihe von TV-Sendern haben den zweitgrößten Anbieter von Satelliten-Fernsehen in den USA, Dish Network, verklagt. In dem Rechtsstreit geht es um die "AutoHop"-Funktion in dem von Dish angebotenen Cloud-Videorecorder-Dienst, mit denen in aufgezeichneten Sendungen die Werbung übersprungen werden kann.

Seit dem 10. Mai bietet Dish seinen Kunden den Service "Primetime Anytime" an. Über diesen lassen sich Sendungen nach Wahl in der Cloud aufzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt abrufen. Die Werbespots werden dabei auf Wunsch automatisch aus der Aufnahme herausgeschnitten. Nach Ansicht der Fernsehsender stellt dies eine Verletzung ihres Copyrights dar, berichtet das 'Wall Street Journal'.

Vergleichbare Funktionen gibt es in stationären digitalen Videorecordern schon seit geraumer Zeit. Hier stellt sich die Rechtslage so dar, dass der Nutzer durch die Aktivierung des entsprechenden Features die Werbung in seiner eigenen Aufzeichnung herausschneidet.


Bei dem Cloud-Angebot geschieht dies aber formal durch den Distributor, der zwischen dem Sender und dem Zuschauer steht. Diesem steht nach Ansicht der TV-Sender aber nicht das Recht zu, in die übertragenen Inhalte einzugreifen. Während es in diesem Fall von den Kunden sicher ein wünschenswerter Service ist, wäre es rein formaljuristisch gesehen aber auch nichts anderes, wenn ein Internet-Provider in die von ihm zum Nutzer übertragenen Inhalte eingreift und diese nach seinen Vorstellungen manipuliert.

Der in der Reihe der Kläger stehende Sender Fox führt außerdem lizenzrechtliche Fragen ins Feld. Bei "Primetime Anytime" handle es sich demnach quasi um einen Video-on-demand-Service, für den Dish keine Lizenzrechte hat. Des weiteren bringt Fox auch den weit größeren Rahmen der Klage auf den Punkt: Man fürchtet, dass ein solches Feature letztlich geeignet ist, das werbefinanzierte Fernsehen "endgültig zu zerstören".

Dish reagierte auf die rechtlichen Schritte der Fernsehsender, zu denen neben Fox auch NBC und CBS gehören, mit einer Feststellungsklage, durch die der Sachverhalt vom Gericht bewertet werden soll.
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Das herausschneiden der Werbung geschieht zwar durch den Anbieter aber auf "Wunsch" des Kunden! Somit greift da keiner ein und manipuliert auch nichts.
 
@BadMax: ...nun ja, drogendealer bieten ihre dienste auch nur im wunsch des kunden an. kinderpornographen erstellen die videos auch nur auf wunsch der kunden. du willst die willst von der wurzel des problems ablenken und die kunden schuldig machen - und wenn diese dann zur abschreckung hohe strafen bekommen, dann sind die bürger "empört" über die "unverhältnißmäßig" hohe strafe. zugleich nimmst du wohl an, daß die kriminalitätsrate innerhalb der justiz geringer ist, als in anderen bereichen... *gähn*
 
Werbung will eben keiner. Deswegen nutzen ja auch im Netz z.B so viele Adblock. Und wenn das der Anbieter direkt schon für mich erledigt, umso besser!
 
@mcbag: Ja das ist so eine Lustige Sache. Scheins möchte der Größte Teil der Menschen WERBE finanzierte statt BEZAHL Angebote! Aber sicher sind das auch wieder die die mit AdBlocker, usw. unterwegs sind.
 
@mcbag: So isses. Die Krönung ist ja, wenn die noch verhindern wollen, dass man beim Aufzeichnen die Werbung auslässt, man müsste sich also später immer wieder den selben Sülz ansehen, wenn man den Film anschaut .... am liebsten würden sie ja Aufzeichnungen komplett verhindern und lieber Video on demand verkaufen ... wo 5 Filme mehr kosten als jetzt die Kabelgebühr plus GEZ für den ganzen Monat.


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