Der Gründer der Whistleblower-Plattform Wikileaks, Julian Assange, hätte bei einem Einstieg in die Politik gute Erfolgschancen. Würde er in seiner Heimat Australien für einen Posten im Senat kandidieren, könnte er auf ausreichend Stimmen für einen Einzug hoffen.
In einer Umfrage, die die Meinungsforscher von UMR Research im Auftrag der regierenden australischen Labor-Partei durchführten, gaben immerhin 25 Prozent der Befragten an, dass sie im Falle einer Kandidatur für Assange stimmen würden. Den größten Zuspruch erhielt er dabei mit 39 Prozent unter den Anhängern der Grünen.
Auch wenn sich die Zustimmung bei den Grünen konzentriere, sei doch aber auch klar erkennbar, dass es parteiübergreifend eine signifikante Unterstützung von Assange gebe, führte John Utting von UMR Research aus. Auf Stimmen könnte er auch von 27 Prozent der Labor-Anhänger und von 23 Prozent der konservativen Wähler hoffen. "Zum jetzigen Zeitpunkt hätte Julian Assange eine sehr real Chance, in den Senat gewählt zu werden, wenn er anträte", so Utting.
Assange selbst hatte im März angedeutet, eventuell für einen der 76 Posten im australischen Senat kandidieren zu wollen. Dort würde er demnach libertäre Positionen vertreten und vor allem die Freiheit der Medien auf die Tagesordnung setzen wollen, erklärte er. Bei einer Tätigkeit im Senat stünden ihm dabei verschiedene Optionen offen. So könnte er als unabhängiger Senator agieren, eine Allianz mit einer Partei eingehen oder aber gleich eine eigene Partei etablieren.
Die nächsten Wahlen finden gemäß dem dreijährigen Rhythmus im kommenden Jahr statt. Dabei wird die Hälfte der Plätze im Senat neu vergeben. Die Amtszeit eines Senators dauert dann sechs Jahre an. Eine Kandidatur würde aber wohl voraussetzen, dass Assange rechtzeitig wieder auf freiem Fuß ist. Aktuell steht er noch in Großbritannien unter Hausarrest bis eine Entscheidung über eine Auslieferung nach Schweden gefallen ist. Dort soll er von der Polizei wegen Vorwürfen der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung vernommen werden.

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