Die Diskussion über und die Einführung neuer Gesetze und Maßnahmen zur Überwachung der Internet-Nutzung treibt immer mehr Nutzer zu den Anbietern von Anonymisierungs-Diensten. Insbesondere unter jüngeren Anwendern könnte ein Abo beim nächsten VPN-Anbieter schon bald zum Standard gehören.
Das zeigte eine aktuelle Untersuchung der Cybernorms-Forschungsgruppe von der Universität Lund in Schweden. In dem Land nimmt die Zahl derer, die Maßnahmen zum Schutz ihrer Anonymität im Internet ergreifen, schnell zu - auch wenn der Anteil an der Gesamtheit der Internet-Nutzer noch relativ gering ist.
Laut der Studie haben sich aktuell aber immerhin schon 700.000 Schweden einen kostenpflichtigen VPN-Dienst abonniert. Binnen der letzten 2,5 Jahre - damals wurde bereits eine vergleichbare Untersuchung durchgeführt - entspricht dies immerhin einer Steigerung um 40 Prozent.
Insbesondere jüngere Nutzer ergreifen aktiv Initiative zu ihrem Schutz vor Überwachung. Inzwischen sind 200.000 Anwender der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren Kunde bei einem VPN-Dienstleister. Seit der letzten Untersuchung ist ihr Anteil an der gesamten Kundengruppe von 10 auf 15 Prozent angewachsen.
Der Soziologe Måns Svensson, der die Erstellung der Studie leitete, geht davon aus, dass dies erst der Beginn der Entwicklung ist. Jedes weitere Gesetz, dass die freien Nutzungsmöglichkeiten des Netzes beschränkt - seien es nun verschärfte Regelungen zum Filesharing oder die europäische Debatte um die Vorratsdatenspeicherung - würde dafür sorgen, dass sich mehr Nutzer an die Betreiber von Anonymisierungs-Diensten wenden.
Aber nicht nur Filesharing ist dabei laut Svensson eine Triebfeder. Auch die zunehmende Überwachung von Anwendern durch privatwirtschaftliche Unternehmen wie Google und Facebook spielen in den Überlegungen der Anwender eine immer größere Rolle, hieß es.


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