JoWooD-Ende: Verdacht auf illegalen Insiderhandel

Vor rund einem Jahr musste der an der Börse notierte österreichische Spielehersteller JoWooD Insolvenz anmelden. Gegen Michael Sares, den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens, werden nun schwere Vorwürfe erhoben.
Sares soll früh von der drohenden Pleite erfahren haben und diese Insiderinformationen dazu genutzt haben, um vorzeitig die Anteile, die Sares' eigene Investment-Firma verwaltet hat, abzustoßen. Das berichtet das österreichische Nachrichtenmagazin 'Profil' auf seiner Internet-Seite.

Gegen Michael Sares ermittelt derzeit die Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA), so heißt die österreichische Behörde, die bei Wirtschaftskriminalität tätig wird. Der WKStA wurde bereits Anfang Februar ein 109-seitiger Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) übermittelt, der wie der Profil schreibt, eine "akribische Aufarbeitung einer fragwürdigen Geschäftsbeziehung" ist.

Sares habe, so der FMA-Bericht, über seine Sares Invest AG mehrere Fonds verwaltet und dabei auch "im großen Stil" mit Aktien des Spieleherstellers gehandelt, genauer gesagt waren JoWooD-Aktien und -Anleihen fixer Bestandteil von sechs der acht Sares-Fonds. Und das obwohl, wie der Profil ausführt, "der Aktie seit Jahren ein schlechter Ruf anhaftete". Bei fünf der Sares-Fonds waren die Anteile sogar die größte Einzelposition, heißt es.

Ende 2010 wollte Sares dann plötzlich nichts mehr mit JoWooD-Aktien zu tun haben, laut dem FMA-Bericht begann er am 3. November plötzlich seine Anteile abzustoßen. Die Sares Invest AG warf täglich "Tausende JoWooD-Aktien" auf den Markt, dieser Vorgang war bis Ende 2010 abgeschlossen.

Sares hatte, bevor der großangelegte Verkauf begann, Informationen, die er aber nicht an die Anleger weitergab. Bereits in den Monaten davor kämpfte JoWooD ums Überleben und war im Grunde bereits am Boden. Der Profil zitiert den FMA-Bericht: "Es besteht der Verdacht, dass Herr Sares Informationen über die insolvenzgefährdete JoWooD Entertainment AG missbräuchlich an seine Portfoliomanager (…) weitergegeben hat, damit diese die Verkaufstransaktionen (…) durchführen." Die Finanzmarktaufsicht kommen deshalb zum Schluss, dass Sares "als Primärinsider gegen das Insiderhandelsverbot (…) verstoßen" habe. Sares bestreitet die Vorwürfe. Jowood Jowood
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