Kino.to: Programmierer will Geständnis ablegen

Streamingportal, kino.to, Videostreaming Bildquelle: kino.to
Gestern hat in Leipzig der Prozess gegen Bastian P. begonnen, dieser gilt als einer der Drahtzieher der vergangenes Jahr geschlossenen Streaming-Plattform Kino.to. Der 29-jährige Chef-Programmierer hat nun eine umfassende Aussage angekündigt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei der Angeklagte für das "reibungslose technische Funktionieren von Kino.to zuständig" gewesen, sagte Staatsanwalt Dietmar Bluhm beim Verlesen der Anklage. Wie die 'Financial Times Deutschland' (FTD) schreibt, hätte es ohne das "überlegene technische Wissen" von Bastian P. das Streaming-Portal vermutlich nicht gegeben.

Die FTD schreibt weiter, dass der Anwalt der mutmaßlichen Nummer zwei von Kino.to erklärte, dass sein Mandant durch die Untersuchungshaft "mitgenommen" sei und bei Kino.to nur für die Technik bzw. deren Umsetzung verantwortlich war.

"Der war eigentlich nur der Programmierer. Ihm war gar nicht klar, was er da macht", so Hubert Schmid, der Anwalt des ehemaligen Philosophie-Studenten. Schmid betonte außerdem, dass P. eng mit den Behörden kooperiere und auch eine wesentliche Rolle gespielt habe, als der Dienst abgeschaltet worden ist: "Ohne ihn wäre die Seite heute noch in Betrieb", sagte Schmid. Für den nächsten Prozesstag (30. März) hat Schmid eine umfassende Aussage seines Mandanten angekündigt.

Dem 29-Jährigen werden Urheberrechtsverletzungen in über einer Million Fällen vorgeworfen. Sollte Bastian P. verurteilt werden, so sieht das Gesetz eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Die Anklage wirft Kino.to bzw. seinen Betreibern vor, etwa 135.000 Filme und TV-Produktionen illegal als Streams angeboten zu haben. Zu ihren besten Zeiten soll Kino.to täglich etwa vier Millionen Besucher gehabt haben.

Der so genannte Streamhoster wurde Anfang Juni 2011 von der Polizei nach mehrjährigen Ermittlungen in ganz Europa geschlossen. Vier der Betreiber (Webdesigner, Administrator, Uploader und Serverbetreiber) sind bereits im Fall Kino.to verurteilt worden. Streamingportal, kino.to, Videostreaming Streamingportal, kino.to, Videostreaming Kino.to
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