Ray Ozzie: 'Natürlich sind wir in einer Post-PC-Ära'

Bis 2010 war Ray Ozzie bei Microsoft einer der wichtigsten Mitarbeiter überhaupt. Der Nachfolger von Bill Gates als Chief Software Architect sagte nun etwas, was man in Redmond eher nur ungern hört: Wir leben längst in einem Post-PC-Zeitalter.

Bill Gates hat ihn einmal als einen der "fünf besten Programmierer des Universums" bezeichnet. Anders gesagt: Ray Ozzie sollte es wissen. Und seiner Meinung nach besteht überhaupt kein Zweifel: Wir befinden uns längst in einem Zeitalter, in dem der PC nicht mehr das wichtigste (digitale) Gerät darstellt. Ray OzzieRay Ozzie war bis 2010 Chief Software Architect bei Microsoft "Warum diskutieren wir überhaupt? Natürlich leben wir in einer Post-PC-Welt", sagte der 56-Jährige bei einer Frage-Antwort-Session im Rahmen einer Veranstaltung, die das Technik-Online-Magazin GeekWire derzeit abhält ("GeekWire Summit 2012").

Siehe auch: PC-Industrie nicht mehr Hauptkunde der Chipwerke

Nach Ansicht von Ozzie drehe sich die Diskussion aber vor allem um Semantik, berichtet 'CNet'. Das liege letztlich daran, dass der Markt für "Geräte für allgemeine Computer-Aufgaben" sich immer weiter ausdehnen werde. Dabei gebe es für Unternehmen genügend Möglichkeiten, jene Geräte zu erschaffen, die die Konsumenten wollen. Ozzie: "Das bedeutet nicht, dass der PC tot ist, sondern nur, dass sich die Szenarien ändern und wir aufhören, derartige Geräte als PCs zu bezeichnen."

Dass das Thema überhaupt aufkam, ist natürlich kein Zufall: Nur wenige Stunden vor dem Gespräch mit Ray Ozzie verkündete Apple-Chef Tim Cook bei der Vorstellung des neuen iPads, dass die Welt - angetrieben vom iPad -längst die "Post-PC-Ära" erreicht habe.


Nach Ansicht von Ray Ozzie entscheide sich die Zukunft seines ehemaligen Arbeitgebers Microsoft gerade, genauer gesagt ist sie an das Schicksal von Windows 8 gebunden. Und darüber entscheide letztlich der Konsument: "Wenn Windows 8 in einer Form kommt, die die Leute tatsächlich kaufen wollen, dann hat das Unternehmen eine große Zukunft vor sich", so der Programmierer, der seinerzeit die erste Version von Lotus Notes entwickelt hat.

Derzeit sei es aber für ein Urteil noch zu früh, man könne noch nicht sagen, ob das tatsächlich der Fall sein wird und die Kunden den von Microsoft eingeschlagenen Weg annehmen würden, so Ozzie. Wie er Windows 8 persönlich findet, sagte er allerdings nicht.

Siehe auch: Online gehen - Smartphones verdrängen Desktop-PC
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Überleben oder untergehen..wir werden sehen. Hab das Gefühl das MS regelrecht überrollt wird von neuen dynamischeren Firmen.
 
@joe200575: Da gab es letztens doch hier erst eine News, die aufgezeigt hat, wie groß der Anteil von MS-Betriebssystemen ist, mobile Geräte wie Tablets mit eingerechnet. Und dort hat man immer noch weit über 90 % Marktanteil. Das ist für eine Firma, die gerade "überrollt" wird, sehr beachtlich. Dennoch muss ich dir recht geben. Den Medien nach wirkt Microsofts Dynamik derzeit sehr schlecht. Und auch ein Riese wie MS kann irgendwann sicher mal von dynamischeren Firmen überholt werden. Aber von einem Untergang Microsofts kann man in den nächsten paar Jahren sicher noch nicht reden.
 
@joe200575: Jeder Arbeitnehmer wird wissen wie schwer es ist seine Vorgehen an neue Technologien anzupassen. Braucht Zeit. Denke aber Microsoft ist im Bereich Research nicht gerade unbeschrieben
 
@joe200575: Solange MS die dynamischeren Firmen noch aufkaufen kann ist doch alles in Butter.
 
@joe200575: Es kann schon sein, das das im Consumer Bereich der Fall ist, allerdings im gewerblichen Bereich weniger. Ich arbeite täglich viel im/mit dem Internet und auch viel mit Grafiken. Es würde mir nie einfallen dass auf einem Tablet oder Smartphone zu tun, das ist viel zu unbequem. Zu Hause arbeite ich sogar mit dem PC an einem 47" Monitor, weil's einfach besser geht. In vielen Bereichen läßt sich der Standard PC (mit einem Monitor ab 24", was heutzutage fast Standard ist) kaum ersetzen.


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