Robin Hood 2.0? Klage wegen Gratis-Internetzugang

Im US-Bundesstaat Oregon wurde ein Verfahren gegen einen Mann eingeleitet, der tausenden Menschen einen kostenlosen Zugang zum Internet ermöglicht haben soll. Oder ihnen beim Diebstahl von Internetzugangs-Dienstleistungen behilflich war - wie es das US-Justizministerium ausdrückte.

Gegen den 26-Jährigen aus Redmond, Oregon, wurde jetzt vor einem Bezirksgericht der Prozess eröffnet. Die Klage lautet auf Betrug und kann im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren und zusätzlichen 250.000 Dollar Geldstrafe geahndet werden.

Der Angeklagte führte seit Jahren ein kleines Unternehmen. Über dieses vertrieb er von 2003 bis 2009 Software- und Hardware-Produkte, mit denen über das Fernsehkabelnetz eine Verbindung zum Internet hergestellt werden konnte, ohne, dass man die Dienste des Netzbetreibers gegen die übliche monatliche Gebühr in Anspruch nahm.


Dies funktionierte über die Manipulation von Kabelmodems, mit denen die recht laxen Authentifizierungs-Methoden in den US-Netzen umgangen werden konnten. Mit dem Netzwerk-Sniffer "Coax Thief" wurde dabei an einem Kabelanschluss der Netzwerkverkehr belauscht, um MAC-Adressen und verschiedene Konfigurationsdaten benachbarter Kabelmodems herauszufinden.

Diese wurden dann genutzt, um sich gegenüber den Authentifizierungssystemen als regulärer Kunde auszugeben. Neben den Tools stellte der Beschuldigte laut Klageschrift auch Support bei den Manipulationen eines Kabelmodems zur Verfügung - in der Regel über das Forum auf seiner Firmen-Webseite.

Der Angeklagte habe versucht, "sich hinter dem Banner des Rechts auf freien Zugang zum Internet zu verstecken, baute aber in Wahrheit ein millionenschweres Geschäft damit auf, anderen beim Diebstahl von Zugangsdiensten zu helfen", erklärte der federführende Staatsanwalt Lanny Breuer. Seitens des Beschuldigten gibt es derzeit keine Stellungnahme zu dem Fall. Bis zur Urteilsfindung ist ein Zeitraum bis Ende Mai angesetzt.
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Also wenn er damit Geld verdient hat und es so prof. aufgezogen hat , naja was daran Robin Hood sein soll!? Selber Schuld wenn er jetzt verknackt wird!
 
[re:1] Mezo am 05.03.12 15:39 Uhr
(+12
@bigprice: titel lässt was ganz anderes vermuten, als mit text steht. seine eigene schuld. dachte er hätte sein internet per wlan kostenlos zu verfügung gestellt. aber in diesem fall...
 
@bigprice: Das wird lediglich von einem Anwalt behauptet - wahrscheinlich der des geschädigten Konzerns. Das heißt nicht, dass er wirklich ein Geschäft aufgezogen hat.
 
@blume666: Ist ja auch Robin Hood 2.0 und früher war alles nicht so teuer ;)
 
@blume666: Selbst wenn er damit nicht besonders viel Geld verdient hat, so hat er den Anbietern trotzdem Kosten durch den Traffic verursacht. Das hat mir Rohin Hood gar nichts zu tun, hier wurde ein reeller Schaden verursacht.


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