Analyse: Google+ ist faktisch eine Geisterstadt

Das Social Network Google+ konnte die Zahl seiner registrierten Nutzer inzwischen zwar auf 90 Millionen ausbauen, doch ist dies nicht die einzige Größe, an der sich eine erfolgreiche Entwicklung festmachen sollte. Denn aktuell ähnelt die Plattform im Vergleich zu anderen Angeboten eher einer Geisterstadt.

Denn ein Social Network lebt letztlich von der Aktivität seiner User. Diese sollen hier Inhalte teilen und miteinander Kommunizieren. Bei Google+ findet das nach Analysen des Monitoring-Unternehmens ComScore aber bisher nur in sehr begrenztem Maße statt. Im Durchschnitt beschäftigt sich jeder registrierte Anwender lediglich drei Minuten im Monat mit Google+.

Gänzlich anders sieht dies hingegen beim Marktführer Facebook aus. Dieser kann seine Nutzer immerhin 405 Minuten pro Monat an seine Plattform binden, berichtet das 'Wall Street Journal' unter Berufung auf ComScore. In den Daten sind allerdings die Zugriffe von mobilen Plattformen noch nicht einbezogen. Diese dürften aber kaum ein anderes Bild ergeben.


"Niemand will derzeit ein anderes Soziales Netzwerk", erklärte Brian Solis, Analyst beim Social Media-Berater Altimeter Group, gegenüber der Zeitung die Situation. Und er ergänzte, Google sei es bisher auch nicht gelungen, gegenüber den Nutzern deutlich zu machen, was der Vorteil eines Wechsels sei. So bleibt es vorerst bei der Dominanz von Facebook, dessen Nutzerbasis weltweit auf inzwischen 845 Millionen angewachsen ist.

Seitens Google spielte man die ComScore-Analyse herunter. Die Daten entsprächen eindeutig nicht den eigenen Messungen, hieß es. Außerdem sei Google+ eher als langfristiges Projekt gedacht, dass sich nach und nach als zusätzlicher Layer über zahlreiche vielgenutzte Dienste wie Google Mail und YouTube schiebt. Unternehmen, die beide Social Networks zur Kommunikation mit Kunden nutzen oder aber - wie Zynga - Spiele in die Netzwerke einbauen, bestätigten allerdings die großen Unterschiede zwischen den beiden Angeboten.

Selbst das langsam sterbende MySpace kann seine verbliebenen Nutzer derzeit noch stärker binden als Google+: 8 Minuten sind es hier laut ComScore. Der Mikroblogging-Dienst Twitter bringt es auf 21 Minuten pro Monat, wobei hier gerade die Einbeziehung der mobilen Nutzung vermutlich ein anderes Bild ergäbe. Die Blogging-Plattform Tumblr kann User 89 Minuten pro Monat festhalten.
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Ich würde sagen, dort sieht jeder ganz genau, wieviele Freunde er wirklich hat. Wenn man nur alle 2-3 Tage ein Posting sieht, dann befindet man sich einfach bei niemanden in einem Kreis, der dessen Postings sehen kann. Anders ist es natürlich bei Firmen-/Nachrichtenseiten. Die hoffen zumindest auf viele Follower und Kommentare auf ihre Einträge. Aber ich habe zahlreiche Nachrichtenseiten in einem Kreis, für den ich grundsätzlich keine meiner Postings freigebe.
 
@Bitfreezer: Wenn man nur alle 2-3 tage ein Posting sieht, kann es aber auch sein, dass keiner was gepostet hat. Darum geht es doch grade im Artikel.
 
@Bitfreezer: hast Du den Text überhaupt ganz gelesen? ;) Bei G+ ist keine Aktivität. Zwar viele gemeldete, aber es findet dort kein Austausch statt. Jedenfalls nicht so rege wie bei FB. Kann ja sein, das es bei DIR anders ist; aber nicht generell.
 
@tomsan: wobei ich ja der meinung bin (subjektiver eindruck), dass die aktivität bei facebook auch stark nachlässt. es gehen zwar aus meinem freundeskreis immer noch viele on, man kommuniziert auch noch teilweise dadrüber, aber die leute die wirklich was posten, sind nur noch relativ wenige. geschweige denn was ernstes posten.
 
@Bitfreezer: Wie viele Freunde man wirklich hat, sieht man wenn man sein Fotoalbum aus dem Schrank holt, da sind nämlich alle drin!


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