Zeitenwende im Mobilfunk: Internet im Mittelpunkt

Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast Bildquelle: O2 in Deutschland / Flickr
Die Waagschale des Mobiltelefon-Marktes in Deutschland kippt in diesem Jahr auf die Seite der Smartphones. Erstmals werden in dieser Geräteklasse mehr Einheiten verkauf als bei den Feature-Phones. Das berichtete der IT-Branchenverband BITKOM auf Basis aktueller Daten des internationalen Marktforschungsinstituts EITO.
Demnach wird der Absatz von Smartphones in Deutschland im laufenden Jahr um 35 Prozent auf 15,9 Millionen Stück steigen. Der Umsatz legt der Prognose zufolge um 23 Prozent auf 5 Milliarden Euro zu. Insgesamt werden voraussichtlich 28,9 Millionen Handys abgesetzt, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent entspricht. Damit machen Smartphones 55 Prozent aller in Deutschland verkauften Mobiltelefone aus und erzielen dabei 76 Prozent des Umsatzes.

"Smartphones leiten eine Zeitwende im Mobilfunkmarkt ein", sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Friedrich Joussen im Vorfeld des Mobile World Congress bei Vorstellung der Zahlen in Berlin. "Das mobile Internet wird die Sprachtelefonie schon bald als wichtigste Mobilfunkanwendung ablösen."

Der Erfolg der Smartphones sorgt so auch für einen kräftigen Schub bei der mobilen Internetnutzung. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten steigt im Jahr 2012 voraussichtlich um 10 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Zusätzliche Impulse geben Tablet Computer, die sich als neue Geräteklasse etabliert haben. Nach der BITKOM-Prognose steigt der Tablet-Absatz im Jahr 2012 um 29 Prozent auf 2,9 Millionen Geräte. Der Umsatz legt um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.

"Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablet Computern sorgt für einen enormen Anstieg der in Mobilfunknetzen übertragenen Datenmengen", sagte Joussen. Nach Berechnungen seines Verbandes wurden im Jahr 2011 erstmals mehr als 100 Millionen Gigabyte Daten in den deutschen Mobilfunknetzen übertragen. Das Datenvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent auf 108 Millionen Gigabyte. Im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einem Anstieg auf 170 Millionen Gigabyte, das wäre ein Plus von 57 Prozent.

Die steigenden Datenmengen in den Mobilfunknetzen erfordern von den Netzbetreibern Investitionen in ihre Infrastruktur in Höhe von 8 Milliarden bis 10 Milliarden Euro. Neben einer Steigerung der Kapazitäten geht es hierbei auch um die Aufrüstung auf den neuen Mobilfunkstandard LTE.

Hier müssen die Netzbetreiber auch Vorgaben der Bundesnetzagentur erfüllen und die "weißen Flecken" bei der Breitbandversorgung im ländlichen Raum schließen. In sieben Bundesländern ist das bereits erfolgt: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. In sechs weiteren Bundesländern wird der Ausbau fortgesetzt, für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen gibt es keine Auflagen. Mehr als 10 Millionen Haushalte können inzwischen mit LTE versorgt werden. Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast O2 in Deutschland / Flickr
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