Polen: Anonymous schadet dem Kampf gegen ACTA

Der Netzaktivist Marcin de Kaminski hat im Zuge der Proteste gegen die Unterzeichnung des Vertrages ACTA durch die polnische Regierung Vorwürfe gegen Anhänger des Anonymous-Kollektivs erhoben. Deren Aktionen würden dem Kampf gegen das Abkommen Schaden zufügen, erklärte er.

Bei ACTA handelt es sich um einen Vertrag zahlreicher Staaten, der hinter verschlossenen Türen im Beisein von Vertretern der Medienindustrie und anderer Branchen ausgearbeitet wurde. Er soll das internationale Vorgehen gegen Markenrechts- und Urheberrechtsverletzungen regeln. Kritiker befürchten im Zuge dessen weitere Repressionen gegen Internet-Nutzer und eine stärkere Überwachung.

Die polnische Regierung steht derzeit - wie eine Reihe anderer Länder - kurz vor der Unterzeichnung des Abkommens. Dagegen gibt es im Land massive Proteste. In den letzten Tagen gingen in vielen Städten tausende Bürger auf die Straße. Eine breite Koalition aus Nichtregierungsorganisationen übt starken Druck auf die Staatsführung aus. Im Zuge dessen gestand bereits ein Minister ein, dass man die Debatte darüber wohl nicht ausreichend mit der Öffentlichkeit geführt habe.


"Auf der anderen Seite haben die selbsternannten Retter des Netzes, Anonymous, Webseiten der polnischen Regierung angegriffen - ebenfalls als Protest gegen diesen Vertrag", erklärte de Kaminski. Damit sei der gesellschaftlichen Debatte in Polen aber Schaden zugefügt worden.

Die polnische Regierung fühlte sich durch die Attacken provoziert. Es geht nun nicht mehr darum, in einem demokratischen Prozess zu einem gesellschaftlichen Konsens zu kommen. Stattdessen fühlen sich die Verantwortlichen nun in der Situation, nicht gegenüber "Cyber-Terroristen" nachgeben zu dürfen. Der Ratifizierungs-Prozess für ACTA soll daher beschleunigt werden.

De Kaminski verwies auch auf eine Stellungnahme, die offenbar von polnischen Anonymous-Anhängern stammt. In dieser wird ausgeführt, dass die Nichtregierungsorganisationen in Polen drei Jahre harter Arbeit und die Möglichkeiten, mit Verhandlungen etwas zu erreichen, durch die Attacken auf Regierungswebseiten gefährdet sehen. Man erkannte an, dass die Angriffe internationale Aufmerksamkeit auf die Proteste in Polen lenkten. Gleichzeitig wird aber dazu aufgefordert, diese sofort einzustellen.
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Ich kanns nicht mehr hören. Anonymous spielt sich als großen edlen Ritter auf und merkt vor Naivität gar nicht das es ganz schnell nach hinten los gehen kann.
 
@Krucki: Wie Kaminski ja gesagt hat, die sorgen dafür das die Staaten noch eher das alles unterzeichnen.
 
@Krucki: Es sei mal dahingestellt wa sie machen oder wie sie es machen. Einige oder sogar viele sachen sind nicht in Ordnung. Aber sie tun was im Gegensatz zu den deutschen oder österreichern die Faul herumsitzen und sich alles gefallen lassen. Erst wenn es uns an den kragen geht stehen wir auf und gehen wie früher plündern und rauben.... Viele würden gerne was tun tun es dann aber doch nicht weil kaum jemand mitmacht. Und die Politiker tun was sie wollen und lassen uns im glauben es sei alles in Ordnung... aber ja das Lied kennt ihr alle
 
@CHICKnSTU: Das polnische Volk geht doch auf die Straße, aber die von Anon sollen sich da nicht einmischen.
 
[re:4] Anns am 25.01.12 11:02 Uhr
(-6
@CHICKnSTU: Was machst du denn? Wohl auch nur faul rumsitzen, mh? Aber ertsmal die Klappe weit aufgerissen.


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