Breitband: Deutschland dirigiert sich ins Abseits

Breitband Aktuell steht Deutschland hinsichtlich der Breitbandversorgung im internationalen Vergleich zwar nicht blendend, aber doch akzeptabel da. Dies könnte sich aber ändern, wenn nicht bald die Grundlagen gelegt werden, auf denen zukünftige Entwicklungen beruhen.

Eine entsprechende Warnung gab das Fibre to the Home (FTTH) Council ab. Dabei handelt es sich um ein Gremium zur europaweiten Koordinierung des Ausbaus von Breitbandnetzen. Dieses beklagt nun, dass in Deutschland zu wenig Engagement in die Verlegung von Glasfasern bis hin zum Endkundenanschluss gesteckt wird.

Fast alle Haushalte werden hierzulande weiterhin über Kupferleitungen mit einem Zugang zum Internet versorgt. Es ist aber absehbar, dass die auf ihnen realisierbaren Technologien bald an ihre Bandbreiten-Grenzen stoßen. Schon der Versorgung mit VDSL ist ein enger Rahmen gesetzt. Die TV-Kabel bieten hier zwar eine schnellere Alternative, aber auch hier gibt es Einschränkungen. So müssen sich beispielsweise verschiedene Parteien die Bandbreite eines Verteilerknotens teilen.


Es gibt zwar bereits einige Initiativen, die letzte Meile auf Glasfaser umzustellen, diese finden bisher aber nur in einem kleineren Rahmen statt. 0,44 Prozent der deutschen Nutzer gehen heute über eine optische Verbindung online, so die Daten des FTTH Councils. Zum Vergleich: In Japan sind es 26 Prozent, in Norwegen immerhin 14 Prozent. Selbst Rumänien steht mit 5 Prozent weitaus besser da.

Die Netzbetreiber, insbesondere die Deutsche Telekom, üben sich - abgesehen von prestigeträchtigen Pilotprojekten - in Vornehmer Zurückhaltung. Immerhin funktioniert das Geschäft mit DSL noch immer prächtig. Impulse aus der Politik sind ebenso relativ schwach. Und selbst die nicht gerade ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung werden voraussichtlich erfüllt.

Ausbau-Projekte gibt es - insofern in den knappen Kassen Gelder vorhanden sind - durchaus auf kommunaler Ebene. Es ist aber mehr als fraglich, ob diese Initiativen letztlich ausreichen werden und einen landesweiten Infrastrukturplan ersetzen können.
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hinter solchen "horrormeldungen" stehen eh immer nur nutznießende firmen dahinter, die umsatz brauchen. wie eh und je.
 
@freakedenough: Umsätze bedeuten auch Arbeitsplätze. Was ist daran verkehrt? Das Problem ist auch das die Verlegung von FTTH-Leitungen sehr teuer ist. In anderen Ländern ist es viel billiger, da die Leitung oberhalb verlaufen. Ich finde man darf den "Internet-Anschluss" nicht vernachlässigen,es ist ein Teil der Infrastruktur und ermöglicht teilhabe. Es ist auch ein Teil der gelebten Demokratie(Online-Petitionen, Twitter,etc.)
 
@sersay: Das ist auch nicht viel teurer als oberirdisch, da werden ja keine neuen Kanäle für gegraben. Hab da schon ein paar mal bei zusehen können, da kommen 2 Leute mit ner richtig fetten Kabeltrommel, öffnen den Deckel am Boden und schieben das Kabel dann durch. Da stell ich mir das Hochklettern auf Telefonleitungsmaste aufwendiger vor.
 
@mh0001: Das klappt aber nur, wenn entsprechende Leer-Rohre schon verlegt sind. Das ist aber nicht immer der Fall
 
@mh0001: aber nicht überall sind solche Kabelschächte verlegt, die sind erst nach und nach gekommen und wenn dann nur in größeren Städten und neuere Siedlungen aufzufinden und natürlich da wo schonmal alles aufgerissen worden ist um defekte kabel zu reparieren, ich persönlich wohne am A der Welt, die Telefonkabel des gesammten Ortes laufen durch meinen Keller, dafür haben wir keinen anschluss an die Kanalisation, (frag besser nicht wo das Schmutzwasser landet), Oberlandleitungen gibt es hier in der Gegend auch noch an manchen stellen zu finden (und damit mein ich nicht die hochspannungsmäste die vor Rost fast auseinander fallen), generell sieht die Infrastruktur hier in der Gegend mies aus (Straßen/Autobahnen, schwankende Stromversorgung, etc.) viele grüße aus der nähe von Oldenburg in Niedersachsen


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