Senf dazu: Die dünnste-tätärä-ste CES aller Zeiten

Logo, Ces, Consumer Electronics Show Bildquelle: CES
Die CES hat vergangene Woche die Technikwelt in Atem gehalten. Naja, ein bisschen. Die PR-Abteilungen der Unternehmen waren zumindest ausgelastet und mussten sich täglich neue Superlative einfallen lassen.
Irgendwie kann man Mitleid mit den diversen PR-Abteilungen von Notebook-Herstellern haben. Leicht haben sie es ja nicht. Müssen sich Millimeter für Millimeter an immer neuere Werbe-Slogans herantasten. "Das dünnste Ultrabook aller Zeiten!" - "Nein! Wir haben das Dünnsterste! - "Stimmt nicht! Unseres ist noch viel dünnererererster! (in Rot!)".

Praktisch jeder hat derzeit ein Supermegaultrabook im Angebot. Und irgendwie muss man den Leuten ja einreden, was sie bisher nicht wussten: Sie brauchen ein Ultrabook, ganz unbedingt und dringend! Ultrabooks waren definitiv der Trend schlechthin bei der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Was aber auch kein Wunder ist, denn einen anderen (echten) Trend gab es nicht. MacBook AirWer hat's erfunden? Kleiner Tipp: Die Schweizer waren es in dem Fall nicht... Euphorie will trotz der PR-Dauerbeschallung hinsichtlich Ultrabooks dennoch nicht so recht aufkommen. Die meisten besitzen ohnehin bereits ein Notebook, das ist ein wenig schwerer, dicker und auch nicht so sexy, tut's aber allemal noch.

Wer sich einen tragbaren Rechner derzeit oder demnächst kaufen will, für den ist die Geräteklasse natürlich interessant. Der große Run ist aber nicht zu erwarten. Auch hat der Ultrabook-Hype einen leicht abgestandenen Nebengeschmack.

Denn in diesem Fall kann man sich wie ein Anzug-tragender Schweizer (mit lustigem Akzent) fragen: Wer hat's erfunden, hä? Die Antwort ist Apple. Es ist schließlich eine halbe Ewigkeit her, dass das MacBook Air vorgestellt worden ist (gestern vor vier(!) Jahren um genau sein). Dass PC-Hersteller jetzt erst (bzw. in den vergangenen paar Monaten) nachziehen, ist fast schon ein wenig peinlich.

Zumindest kann man den OEMs nicht vorwerfen, dass sie sofort auf den Zug aufgesprungen sind, anders als noch vor kurzem, als die ersten Tablets auf den Markt kamen. Apropos Tablets: Da gab es auch dieses Jahr ein paar zu sehen, die Aufmerksamkeit bzw. das Angebot war aber vor einem Jahr doch deutlich größer. Die Hersteller haben sich beim Thema Tablets bereits klar positioniert und ihre Produkte längst auf den Markt geworfen. Die Luft ist ein klein wenig raus, so scheint es zumindest. Bewegung kommt höchstens noch über den Preis ins Spiel. Asus Eee Pad MeMo 370TFür nur 249 Dollar: Asus Eee Pad MeMo 370T mit Tegra-3-CPU Das bewies vor allem Asus, die ein 7-Zoll-Tablet mit Tegra-3-CPU für gerade mal 249 Dollar ankündigt haben. Da kann man sich allerdings auch durchaus fragen, ob ein 7-Zöller tatsächlich so einen leistungsstarken Prozessor benötigt, aber darüber wollen wir an dieser Stelle nicht urteilen.

Asus hat aber auf der CES wohl auch den PR-Bock des Jahres geschossen: Man kündigte nämlich das Eee Pad Transformer Prime TF700T an. Das ist im Prinzip das (aktuelle) Transformer Prime mit einem verbesserten Bildschirm (Auflösung: 1920 x 1200 Pixel).

Der größte Vorteil des TF700T: Die aktualisierte Transformer-Prime-Version funktioniert tatsächlich so, wie sie sollte. Das gerade erst erschienene Transformer Prime plagen dagegen diverse Probleme, beispielsweise mit dem GPS-Empfang. Wer sich gerade ein Transformer Prime gekauft hat, wird sich angesichts des TF700T-Modells wohl zu Recht etwas, vorsichtig ausgedrückt, veräppelt vorkommen.

Windows-8-Tablets hatten dagegen vor allem mit einem zu kämpfen: der chronischen Terminlosigkeit: Wenn man nicht genau weiß (oder es nicht kommunizieren darf), wann das Betriebssystem rauskommt, kann man auch bei den präsentierten Geräten nicht mehr als technische Absichtserklärungen abgeben. Und wenn man annimmt, dass Windows 8 (Win-7-Tablets sind ja im Grunde sinnlos) nächsten Herbst erscheint, dann ist das in der Technikwelt noch eine Ewigkeit.

An dieser Stelle sollte allerdings auch festgestellt werden, dass die CES generell immer mehr an Bedeutung verliert. Sie wird immer mehr zur Krimskrams-Messe, bei der es zwar immer noch genug kleine bis mittelgroße Unternehmen gibt, der aber die wirklichen Highlights, sprich Top-Aussteller, abhandenkommen.

Das ist aber auch kein Wunder, denn die Größen der Branche bevorzugen immer mehr aufwändige und vor allem exklusive Presse-Events. Aufmerksamkeit ist ein immens wertvolles Gut und man will sie deshalb nicht mit anderen teilen. Auch hier folgen inzwischen viele dem Beispiel Apple, wo die Inszenierung der Präsentation mindestens genauso wichtig ist wie die Technik selbst.

Da ist natürlich der CES-Abschied von Microsoft nur symptomatisch. Denn auch die Redmonder haben inzwischen ihre diversen Exklusiv- bzw. Business-Veranstaltungen. Da darf es nicht verwundern, dass die CES-Ankündigungen von Microsoft nur mäßig bis nicht aufregend waren. Dass Ende Februar die Beta von Windows 8 erscheint, war kaum überraschend, auch Kinect für Windows ist nichts, mit dem man es auf die Titelseiten von Tageszeitungen kommt.

Nokia Lumia 900Nokia Lumia 900Nokia Lumia 900Nokia Lumia 900

Wer heutzutage Microsoft sagt, muss auch Nokia sagen. Dieses Duo hat zusammen das Lumia 900 vorgestellt. Wermutstropfen für uns Europäer ist, dass das Gerät zunächst einmal exklusiv für die USA angekündigt wurde. Das ist zwar in gewisser Weise schade, aber verständlich, da es für die Finnen die möglicherweise letzte Chance am US-Markt ist.

Das Lumia 900 wurde übrigens zum besten Smartphone der CES gewählt, allerdings war die Konkurrenz in dieser Kategorie eher überschaubar. Das liegt sicherlich auch daran, dass sich die "echten" Handy-Hersteller wohl schon jetzt lieber auf den Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona vorbereiten. Der ist für die mobile Branche inzwischen viel wichtiger und liegt nebenbei gesagt zeitlich auch nicht dermaßen ungünstig. Denn der CES-Termin so kurz nach Weihnachten ist und bleibt (auch aus Sicht des Konsumenten) alles andere als optimal.

Eines besonders wichtigstes Standbein der CES waren immer schon die Fernseher, da ist die Verwandtschaft zur Internationalen Funkausstellung in Berlin enorm. Doch auf diesem Markt scheint der Stillstand ausgebrochen zu sein. Smarte TVs sind zwar eine nette Spielerei, Aufsehen generieren sie aber kaum noch. LG Ultra DefinitionSchöne neue Fernsehzukunft? Noch viel schlimmer ergeht es dem Hype schlechthin der letzten Jahre: 3D-Fernsehen. Das wird zwar immer mehr zum Standard, weil die Integration (Hardware-)technisch keinen großen Aufwand mehr darstellt. In den Werbeszenarien spielt 3D aber kaum noch eine Rolle und wird praktisch nur noch in den Fußnoten erwähnt.

Kein Wunder: Es hat sich herausgestellt (welch' Überraschung), dass man 3D-Fernsehen zu Hause nicht braucht. Im Kino hat 3D einen gewissen Erlebnisfaktor, in den eigenen vier Wänden kann man darauf aber gut und gerne verzichten. Der Konsument weiß das schon länger, mittlerweile hat das auch die TV-Brache herausgefunden.

Leicht haben es die TV-Hersteller ohnehin nicht: Der Bedarf an Flachbild-Fernsehern scheint gesättigt, die Technologien (Plasma wie LCD) sind längst ausgereift und erschwinglich. Moderne TV-Geräte stehen bzw. hängen bereits in den meisten Haushalten.

Die Fernseher der nächsten Generation hängen dagegen ein wenig "in der Luft": OLED, Crystal LED, Ultra Definition und wie die neuen Entwicklungen alle heißen: Die sehen hervorragend aus, aber bis sie wirklich marktreif und erschwinglich sind, wird es noch eine ganze Weile dauern. Und wenn es einmal soweit ist, dann könnte es sein, dass es dann auch schon wieder die nächste "Killer-Technologie" auf dem TV-Sektor gibt. Man kann OLED und Co. also vorerst ruhig ignorieren.

Dieser Kommentar repräsentiert ausschließlich die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig jene der WinFuture-Redaktion. Logo, Ces, Consumer Electronics Show Logo, Ces, Consumer Electronics Show CES
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