Seltene Erden: Mehrbedarf verschärft die Knappheit

Seltene Erden, Bergbau, Bagger Bildquelle: Bill Jacobus / Flickr
Der starke Aufwärtstrend verschiedener Zukunftstechnologien insbesonder in den Bereichen Energiewirtschaft und Mobilität wird die Nachfrage nach einigen Rohstoffen entsprechend steigern. Insbesondere bei Seltenen Erden ist bis zum Jahr 2030 ein überproportionaler Bedarf wahrscheinlich.
Das ergab eine Analyse des Öko-Instituts in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal, Daimler, Umicore und dem Bundesumweltministerium. Dessen Forscher mahnten daher an, alternative Technologiekonzepte zu entwickeln, die ohne diese wertvollen Rohstoffe auskommen, beziehungsweise effiziente Lösungen für deren Recycling zu finden, um nicht in Versorungsengpässen zu landen.

Die Projektpartner identifizierten zunächst 12 Metalle, die besonders wichtig für die Herstellung von Elektroautos sind. Diese sind Kupfer für alle Komponenten, Seltene Erden-Metalle wie Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium für die Elektromotoren sowie Indium, Gallium, Germanium, Gold, Silber, Platin und Palladium für die übrigen Komponenten wie Leistungselektronik.

"Wir sehen für eine Reihe der untersuchten Metalle einen zum Teil stark steigenden Bedarf bis zum Jahr 2030. Einer der Gründe dafür ist die Elektromobilität, wenn deren Marktdurchdringung so verläuft, wie sie in globalen Strategien skizziert oder innerhalb der Nationalen Plattform Elektromobilität angedacht wird", sagte Matthias Buchert, Projektleiter am Öko-Institut. "Am markantesten zeigte sich der Anstieg bei Dysprosium."

Dem knappen Angebot an Dysprosium, welches heute vorwiegend in China produziert wird, steht ein stetig wachsender Bedarf gegenüber: Zum einen für die Elektromobilität zum anderen aber vor allem in Anwendungsbereichen wie etwa der Herstellung von Neodym-Eisen-Bor-Magneten, die für die stark wachsende Produktion von Windkraftanlagen benötigt werden.

Die Ergebnisse zeigen weitere, klare Tendenzen: Im Vergleich zur gesamten Primärproduktion der Metalle im Ausgangsjahr 2010 fielen vor allem die Seltenen Erden wie Neodym, Praseodym und Terbium sowie Gallium als besonders relevant auf. So kommt Gallium neben der Elektromobilität auch in der Photovoltaik oder in LEDs zum Einsatz.

"Die Rückgewinnung wichtiger Edelmetalle zum Beispiel aus den Katalysatoren von Altautos kann bereits heute die Nachfrage und die Umwelt deutlich entlasten", erklärte Buchert. "Gerade die im vergangenen Jahr stark angestiegenen Preise auf den Weltmärkten für Seltene Erden zeigen die Potenziale für ein neues Herangehen an das Bewahren der Rohstoffe, die uns nicht unendlich zur Verfügung stehen." Seltene Erden, Bergbau, Bagger Seltene Erden, Bergbau, Bagger Bill Jacobus / Flickr
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