Spyfiles: Wikileaks zeigt die Überwachungs-Branche

Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik Bildquelle: WikiLeaks
Die Whistleblower-Plattform Wikileaks hat nach längerer Pause begonnen, wieder neue Dokumente zu veröffentlichen. Die neue Aktion trägt den Titel "The Spy Files". Es handelt sich um eine Datenbank mit diversen Papieren und Verträgen zwischen Behörden und Geheimdiensten mit Firmen, die diesen Überwachungs-Technik und -Dienstleistungen bereitstellen.
Hunderte Dokumente von rund 160 Firmen sollen an die Öffentlichkeit kommen, versprechen die Wikileaks-Mitarbeiter. Diese sollen unter anderem zeigen, wie auch in westlichen Ländern größere Bevölkerungsschichten, insbesondere aus der "politischen Opposition" systematisch überwacht werden. WikiLeaks SpyfilesSpyfiles-Karte von OWNI Bei der Veröffentlichung der Dokumente arbeitet die Plattform mit den Nichtregierungsorganisationen Bugged Planet und Privacy International zusammen. Wie bei früheren Leaks sind auch wieder verschiedene Medienhäuser in sechs Ländern beteiligt: In Deutschland ist nun statt dem 'Spiegel' die ARD im Boot, weiterhin das 'Bureau of Investigative Journalism' in Großbritannien, 'The Hindu' in Indien, die italienische 'L’Espresso', 'OWNI' aus Frankreich sowie die 'Washington Post' in den USA.

"Wikileaks beleuchtet eine Industrie, die seit dem 11. September 2001 boomt und mehrere Milliarden Dollar pro Jahr generiert", hieß es. Heute werden die ersten 287 Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht. Weitere sollen noch in dieser Woche folgen und die Veröffentlichungen werden sich bis ins nächste Jahr hinziehen, hieß es.

"Überwachungsfirmen sind in den technisch fortschrittlichsten Ländern ansässig und verkaufen ihre Produkte in jedes Land der Welt. Diese Industrie unterliegt in der Praxis keinerlei Regulierung." Das sollen die Dokumente zeigen. Sie belegen demnach, dass Geheimdienste, Polizei und Militärs in der Lage sind, im geheimen und in großem Umfang Telefonate mitzuhören, Computer zu übernehmen und Bewegungsprofile von Handy-Nutzern ohne Wissen der Netzbetreiber aufzuzeichnen.

Nicht nur Diktaturen würden demnach zu den großen Kunden der Anbieter gehören, sondern auch die westlichen Dienste. Während in traditionellen Agentengeschichten beispielsweise der britische MI5 die Telefone zweier Zielpersonen verwanzt, seien in den letzten Jahren Systeme zur massenhaften Überwachung die Norm geworden.

Aus Deutschland sind Dokumente von 15 Unternehmen in der Datenbank, die das komplette Spektrum der Überwachungstechnik abdecken: Ob es nun um die Überwachungssysteme für die Internet- und Telefon- und SMS-Nutzung von Rohde & Schwarz, die Trojaner von DigiTask und Elaman, Sprachanalyse-Technik von Siemens oder das GPS-Tracking von Selectronic geht. Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik WikiLeaks
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