Software macht Jagd auf die 'Internet Water Army'

Hacker, Tastatur, Maus Bildquelle: Davide Restivo / Flickr
An einer kanadischen Universität wurde eine Software entwickelt, die "gekaufte" Nutzerbeiträge in Foren erkennen kann. Der Forscher Cheng Chen recherchierte dafür selbst versteckt als so genannter "Paid Poster".
Menschen, die sich dafür bezahlen lassen, im Internet positive Nutzerbeiträge über Produkte und Dienste zu verfassen oder die Konkurrenz schlecht zu machen, werden immer mehr zum Problem. Auch in unseren Breitengraden kommt es verstärkt zu diesem Phänomen.

Besonders in China sind solche Kampagnen mit gekauften Nutzern längst eine Plage. Wie 'Golem' berichtet, überschwemmt die so genannte "Internet Water Army" inzwischen Foren und Produktbewertungen mit gezielten Falschinformationen. Chinesische Seite SohuSohu.com: Beliebter 'Treffpunkt' der Internet Water Army Dagegen vorzugehen war bisher schwierig, schließlich kann man mit "freiem Auge" nur schwer unterscheiden, ob beispielsweise ein negativer Kommentar über ein Produkt echt oder gekauft ist. Cheng hat zusammen mit Kollegen von der Universität in Victoria im Westen Kanadas nun allerdings ein Programm entwickelt, das automatisch nicht legitime Beiträge erkennen kann.

Die Software erkennt dies etwa anhand von Wiederholungen oder Ähnlichkeiten in den jeweiligen Kommentaren. Nach Angaben der Forscher arbeitet das Programm bereits mit einer erstaunlich hohen Trefferquote von 88 Prozent - im Vergleich zu einer "manuellen" Analyse verdächtiger Forenbeiträge.

Das Wissen rund um die Methoden der "Internet Water Army" hat Cheng Chen aus erster Hand: Er ließ sich selbst als bezahlter Kommentarschreiber anheuern und bekam so Einblick in die Mechanismen dieser Schattenwirtschaft. Dabei fand er heraus, wie die Aufträge erteilt werden, was geschrieben werden soll und wie die Unternehmen den Erfolg der gekauften Berichte überprüfen.

Danach analysierten die Forscher über 21.000 Kommentare auf den beiden größten chinesischen Portalen Sina und Sohu. Ins Visier nahm man insbesondere zwei Unternehmen, die verdächtigt wurden, die zweifelhaften Dienste der Internet Water Army in Anspruch zu nehmen. Etwa 700 Autoren wurden untersucht, in diesem Rahmen fand man wiederkehrende Muster heraus, etwa kopierte Inhalte oder eine besonders hohe Frequenz der abgegebenen Kommentare. Hacker, Tastatur, Maus Hacker, Tastatur, Maus Davide Restivo / Flickr
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