Greenpeace gehackt: Hohe Strafe für Stromkonzern

Der französische Energiekonzern EDF wurde vor Gericht für schuldig befunden, die Umweltorganisation Greenpeace ausspioniert zu haben, indem man sich Zugriff auf deren Rechner verschaffte. Die Vorfälle reichen bis ins Jahr 2006 zurück.
Erstmals kam das Thema im Jahr 2009 an die Öffentlichkeit. Damals erhielt die französische Staatsanwaltschaft im Rahmen von Ermittlungen gegen EDF Hinweise darauf, dass zwei Mitarbeiter, die für die Sicherheit von Atomkraftwerken zuständig waren, einer externen Sicherheits-Firma entsprechende Aufträge erteilte. Ziel war es dabei, Informationen über bevorstehende Aktivitäten der Anti-Atom-Bewegung zu erhalten.

Offiziell distanzierte sich das Unternehmen zwar von den Vorfällen und entließ die fraglichen Beschäftigten. Das ließ das Gericht aber nicht als Ausweg durchgehen. EDF wurde wegen "Wirtschaftsspionage gegen Greenpeace" verurteilt und muss eine Geldstrafe von 1,5 Millionen Euro zahlen. Eine weitere halbe Million Euro wurde der Umweltorganisation als Schadensersatz zugesprochen.

Aber auch mit der persönlichen Verantwortung für die Vorfälle beschäftigte sich das Gericht. Pierre-Paul François, der im Jahr 2006 an zweiter Stelle für die Sicherheit der Atomanlagen des Unternehmens zuständig war, wurde zu einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Sein Vorgesetzter Pascal Durieux erhielt die gleiche Strafe und muss wegen seiner höheren Verantwortung für die Angelegenheit außerdem 10.000 Euro Geldstrafe zahlen.

Wie im Zuge des Verfahrens herauskam, hatte EDF tatsächlich das Unternehmen Kargus Consultants angeheuert, um Informationen über Greenpeace, aber auch andere Organisationen aus der Anti-Atom-Bewegung in ganz Europa zu sammeln. Dabei ging es vor allem um mögliche Aktionen, die sich gegen den Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritannien richten, wo das Unternehmen verstärkt aktiv werden will.

Mitarbeiter von Kargus Consultants sollen im Zuge ihrer Ermittlungen rund 1.400 Dokumente vom Computer des damaligen Greenpeace-Chefs Yannick Jadot gestohlen haben. Dabei kam ein Trojaner zum Einsatz. Jadot erhält gemäß dem Urteil persönlich weitere 50.000 Euro Schadensersatz von EDF. Der Kargus Consultants-Chef Thierry Lorho, ein früherer Geheimdienstmitarbeiter, wurde ebenfalls zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und muss 4.000 Euro Geldstrafe zahlen.

EDF ist einer der härtesten Gegner der Anti-Atom-Bewegung. Immerhin ist der Konzern der größte Betreiber von Kernkraftwerken weltweit. Insgesamt 59 solcher Anlagen gehören dem Unternehmen in Frankreich. Greenpeace, Kraftwerk, Atomkraft Greenpeace, Kraftwerk, Atomkraft
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