UK: Netzsperren-Liste ist das Werk einiger Studenten

Bei den angekündigten Sperrungen von Webseiten werden zahlreiche Nutzer in Großbritannien von recht willkürlichen Entscheidungen einer Gruppe von studentischen Hilfskräften abhängig seien. Denn die Sperrlisten werden nicht etwa von gut ausgebildeten Mitarbeitern einer Behörde erstellt.
Die britische Regierung hatte die Einführung eines Filtersystems in den letzten Monaten massiv vorangetrieben. Der Öffentlichkeit wurde dies als Maßnahme zum Jugendschutz verkauft. Neue Breitband-Zugänge werden beispielsweise keinen Zugriff auf pornographische Angebote mehr erlauben - es sei denn, der Anschlussinhaber lässt sich für einen vollständigen Zugang zum Web freischalten.

Wie das britische Magazin 'PC Pro' berichtet, greifen die beiden Provider BT und Sky auf eine Filterliste des Security-Dienstleisters McAfee zurück. Dieser hat das Verzeichnis bereits länger im Einsatz und nutzt es als Basis für seine Kinderschutz-Software, die Eltern auf PCs installieren können, die auch von ihrem Nachwuchs genutzt werden. Über die Liste werden Webseiten in rund 30 verschiedenen Kategorien wie Pornographie und Glücksspiel aufgeführt, um auch eine differenziertere Filterung zu ermöglichen.

Für ein solches Tool mag die Zusammenstellung ausreichend sein. Es ist allerdings fraglich, ob sie den Kriterien für ein Filtersystem entspricht, das auf Betreiben des Staates für alle Nutzer eingerichtet werden soll. Denn erstellt wird sie durch ein automatisiertes System. Die Pflege im Detail erfolgt ausschließlich durch eine Gruppe von Studenten, die sich mit dieser Aufgabe etwas in ihrer Freizeit dazuverdienen.

Ein weiteren Problem ist die nicht vorhandene Transparenz. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, die Liste einer Prüfung zu unterziehen. Auch ein standardisiertes Einspruchssystem für die Betreiber betroffener Webseiten ist aktuell nicht vorhanden.

"Wir haben Crawler, mit denen das McAfee-System versucht, die Seite über die gefundenen Schlüsselwörter einzuordnen. Wenn es bei einer Einsortierung Zweifel gibt, wirft eine Gruppe von Leuten noch einmal einen Blick darauf und nimmt die notwendigen Korrekturen vor", erklärte Toralv Dirro, Security Strategist bei McAfee, das System. So soll beispielsweise sichergestellt werden, dass die Kinderschutz-Software beispielsweise Jugendlichen über 16 Jahren den Zugang zu Erotik-Seiten gestattet, Hardcore-Pornographie aber weiter ausblendet.

Fünf bis zehn Personen sind mit der Prüfung beschäftigt. Der Job sei unter Studenten sehr beliebt. "Die Ausbildung besteht im Wesentlichen darin, dass wir mit ihnen eine Reihe von Seiten durchgehen und die verschiedenen Einstufungen besprechen, so dass sie eine grundsätzliche Vorstellung bekommen", führte Dirro aus. Eine gesonderte Qualitätsprüfung findet im Grunde nicht statt.

Letztlich bleibt die Einstufung so recht willkürlich. Das sorgte in der Vergangenheit bereits häufiger für Probleme. So kam es immer wieder vor, dass einige solcher Kinderschutz-Filter aus unbekannten Gründen verschiedene Blogs oder auch Webseiten von Gewerkschaften einfach aussperrten. Webseite, Domain, URL, Adresse Webseite, Domain, URL, Adresse
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