Forscher wollen Netzkultur und Privacy versöhnen

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Ein neues Forschungsprojekt soll Ansätze dafür entwickeln, wie im Internet das Spannungsverhältnis zwischen den Bedürfnissen nach Offenheit einerseits und Sicherheit anderseits in eine neue Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens überführt werden kann.
Sorgen um die Sicherheit neuer Dienste im Internet gehören ebenso zum virtuellen Alltag wie völlig sorglos verbreitete persönliche Daten. Das Projekt "Internet Privacy" soll sich dessen im Rahmen einer interdisziplinären Projektgruppe unter Leitung von Johannes Buchmann, Direktor des Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) und Professor für Informatik an der Technischen Universität Darmstadt, annehmen. Gefördert wird die Sache durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Projektgruppe soll vor allem die gesellschaftliche Dimension in den Blick nehmen: "Das Internet ist mit wichtigen Zukunftstechnologien verwoben. Es ist systemkritisch - politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Deshalb müssen wir uns der Debatte um eine Kultur des Vertrauens im Internet stellen: Eine Kultur, die nicht zwischen Vertrauensseligkeit und übertriebenem Argwohn pendelt, sondern Nutzerverhalten und -erwartungen mit den technisch machbaren, rechtlich durchsetzbaren und in der Praxis sinnvollen Lösungsansätzen in Einklang bringt", sagte Henning Kagermann, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.

Der Projektleiter Johannes Buchmann möchte die Debatte nicht auf technische und rechtliche Lösungen verengen: "Sobald persönliche Daten auf vielen Seiten und Servern rund um den Globus verteilt sind, lassen sie sich kaum löschen oder herausklagen." Jede Gesellschaft müsse das Verhältnis von Informationsfreiheit und Datenschutz im Internet austarieren. In unterschiedlichen Kontexten müssen Internetnutzer ein adäquates Maß an Privatheit finden, Risiken einschätzen und sich angemessen verhalten können. "Dafür müssen wir Ethik, Recht, Wirtschaft und Technik weiterentwickeln", so Buchmann weiter.

Unklare kulturelle Verhaltensnormen und rechtliche Regeln verunsichern Nutzer und Anbieter von Diensten gleichermaßen. Die Auswirkungen gefährden die Entwicklung der Internettechnologien, denn das Internet ist mit vielen Schlüsseltechnologien verwoben, insbesondere mit den im Aufbau befindlichen Smart Grids.

Diese vernetzten Systeme steuern die Stromnetze der Zukunft. Sie können den Verkehr sicherer und die medizinische Versorgung effizienter machen. In der Produktion könnten sie eine neue industrielle Revolution auslösen, hieß es. Das Internet sei die Infrastruktur der Infrastrukturen des 21. Jahrhunderts. Eine Vertrauenskrise im Internet würde das gesamte Innovationsklima drastisch verschlechtern.

In der Projektgruppe arbeiten daher Wissenschaftler aus den Bereichen Soziologie, Informatik, Ethik, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Experten aus der Wirtschaft zusammen. Sie wird zunächst ein Bild der Vertrauenskultur in Deutschland zeichnen. Auf dieser Grundlage erarbeitet die Projektgruppe dann für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Vorschläge für gesamtgesellschaftliche Weichenstellungen und individuelle Verhaltensregeln sowie beispielhafte technische Lösungen. Internet, IT, Erde Internet, IT, Erde Flickr
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