Computer soll Menschenmassen sicher evakuieren

Ein neues Computing-System, das am Forschungszentrum Jülich entwickelt wurde, soll zukünftig bei Notfällen große Menschenmassen sicher aus eingegrenzten Räumen evakuieren. Der so genannte Hermes-Evakuierungsassistent wurde am Wochenende bei einem Fußballspiel in der Düsseldorfer Esprit Arena erstmals zu Testzwecken installiert.
Nach Angaben der Jülicher Simulationswissenschaftler können mit dem System die Personenverteilung exakt erfasst und kritische Stauungen vorhergesagt werden, bevor sie überhaupt entstehen. Hermes wurde für den Einsatz bei Großevents und in Gebäudekomplexen konzipiert. Es soll die Einsatzkräfte im Krisenfall mit zusätzlichen Informationen zur Einschätzung der Lage und Veranlassung vorbeugender Maßnahmen unterstützen.

Die Entwicklung wurde im Jahr 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) angestoßen. Bei der Entwicklung arbeiteten die Wissenschaftlicher mit Partnern aus privaten Firmen, Feuerwehr und Polizei zusammen. Katastrophen wie bei der Loveparade 2010 in Duisburg, als 21 Menschen im dichten Gedränge starben, sollen so zukünftig verhindert werden können. Hermes-EvakuierungssystemAnalysebild des Hermes-Systems Das System kann den Angaben zufolge die Laufwege zehntausender Besucher bis zu 15 Minuten im Voraus simulieren und die Sicherheitskräfte vorzeitig vor dem Auftreten gefährlich hoher Personendichten warnen. Zusätzlich ist es mit dem Gefahrenmanagementsystem des jeweils zu überwachsenden Objekts verbunden. Dadurch kann es im Fall einer bevorstehenden Räumung wie bei einem Brand den besten Fluchtweg für die Zuschauer ermitteln.

Zur Erfassung der Personenverteilung im Testbereich wurden etwa 100 eigens entwickelte 3D-Kameras in einem Viertel des Zuschauerraums des Stadions angebracht. Sie registrieren jeden Besucher, der die Ein- und Ausgänge passiert. Aus Datenschutzgründen speichern sie dabei nur Zählwerte und keine Bilder. Ausgehend von diesen Daten simuliert eine Software auf einem eigens für Hermes eingerichteten Parallelrechner mit 208 Prozessoren den weiteren Verlauf der Personenverteilung.

Die Ergebnisse werden über ein Kommunikationsmodul visualisiert, das auch Informationen zur aktuellen Gefahrenlage wie rauchgefüllte Stadionbereiche berücksichtigt. Die Software unterstützt die Entscheidungsträger so bei der Analyse verschiedener Strategien zur "Entfluchtung". Der kürzeste Weg sei nämliche nicht immer zwangsläufig der beste, hieß es. Manchmal müssten Gruppen erst einmal von naheliegenden Ausgängen weggelenkt werden, um eine spätere Überlastung einzelner Streckenabschnitte zu vermeiden.

Zur Vorhersage der Laufwege von mehreren zehntausend Besuchern haben die Wissenschaftler verschiedene Fluchtszenarien untersucht. Als theoretische Grundlage nutzten sie dazu physikalische Modelle aus der Statistischen Physik und Vielteilchenphysik. Um den Ansatz auf das Verhalten von Fußgängern abzustimmen, wurden mehr als 200 Experimente mit teilweise bis zu 400 Teilnehmern durchgeführt. Menschen Menschen
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren29
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 14:00 Uhr Logitech G403 Wired Prodigy-Optische RGB Gaming Maus (12,000 DPI, mit 6 programmierbaren Tasten, USB)
Logitech G403 Wired Prodigy-Optische RGB Gaming Maus (12,000 DPI, mit 6 programmierbaren Tasten, USB)
Original Amazon-Preis
59,00
Im Preisvergleich ab
54,04
Blitzangebot-Preis
47,70
Ersparnis zu Amazon 19% oder 11,30

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden