IBM-Computer Watson: Vom Quiz-Sieger zum Arzt

IBMs Computer "Watson", der kürzlich noch die besten Jeopardy-Spieler schlug, soll nun eine ernsthaftere Aufgabe erhalten: Das System wird seine analytischen Fähigkeiten zukünftig in den Dienst der Medizin stellen. IBM arbeitet dafür mit dem Versicherungskonzern WellPoint zusammen.

Der Rechner soll Ärzte dabei unterstützen, Diagnosen zu finden und die jeweils passende Therapie zu entwickeln, berichtete das 'Wall Street Journal'. Den behandelnden Medizinern kann das System so beispielsweise dahingehend unter die Arme greifen, dass es anhand der Symptome die komplette Bandbreite an möglichen Erkrankungen herausarbeitet und die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Prognosen präsentiert.

Immer wieder kommt es immerhin vor, dass Ärzte von äußeren Faktoren beeinflussen lassen - wie beispielsweise, dass eine Erkrankung zu einem bestimmten Zeitpunkt ohnehin häufig auftritt. Ähnliche Anzeichen bei anderen Patienten werden dann unabsichtlich schnell einmal in die gleiche Schublade gesteckt. Möglich ist auch, dass ein spezialisierter Arzt weniger bekannte Krankheiten aus einem anderen Bereich kaum kennt und daher nicht als Diagnose-Möglichkeit in Betracht zieht.


Die Folge sind dann unwirksame Therapien, die den Versicherer eine Menge Geld kosten. WellPoint will die Watson-Technologie daher einsetzen, um Ärzten bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Immerhin verfügt das System über die Möglichkeit, 200 Millionen Seiten voller Inhalte binnen drei Sekunden zu analysieren - einen solchen Umfang an Fachliteratur kann kein Arzt auch nur annähernd überblicken.

Zum Start soll Watson ab dem kommenden Jahr in einer kleineren Zahl von Krebskliniken zum Einsatz kommen. Während der Pilotphase sind umfassende Tests und eine Optimierung der Systeme vorgesehen. Der Zugang zum zentralen Rechner erfolgt in den Praxen über die bereits vorhandenen PCs oder Tablets. Anschließend ist die Ausweitung auf Fachbereiche geplant, die ebenfalls mit komplexen Krankheitsbildern zu tun haben. Auch Patienten sollen später eine Zugangsmöglichkeit zu dem System erhalten.

Der Deal mit WellPoint ist für IBM ein wichtiger Baustein zum Aufbau eines Geschäfts mit der Watson-Technologie. Der Konzern will das System zur Basis einer ganzen Bandbreite an Anwendungen zur Analyse im Geschäftsalltag machen. Die Verantwortlichen bei Big Blue rechnen damit, dass das Umsatzpotenzial bei rund einer Milliarde Dollar liegt.
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Die Tatsache, dass IBM dafür mit einer Versicherung zusammenarbeitet missfällt mir irgendwie. Klingt für mich eher nach "Computergestützte Prognosen ob es sich lohnt Behandlung X für Patient Y zu zahlen oder ob der Mensch eher in die Kategorie "weitgehend verschlissenes Humanmaterial, Behandlung nicht wirtschaftlich fällt" ". Naja, lasse mich gerne eines besseren belehren.
 
@kazesama: Wie im Artikel schon steht, kosten Fehldiagnosen (von denen es leider viel zu viele gibt http://goo.gl/qknfy ) und die dadurch entstehenden unnötigen Behandlungen und Spätfolgen viel Geld. Damit steigen die Gesundheitskosten, die Prämien steigen genauso, die Kunden reklamieren, die Politiker üben Druck auf die Versicherungen und die restliche Gesundheitsbranche aus... Weniger Fehldiagnosen helfen also sowohl den Patienten als auch den Versicherungen.
 
Und in der nächsten Staffel von "House" wird seinem Team der neue Kollege "Watson" zur Seite gestellt, der dann jedes Mal Lupus diagnostiziert... ;)
 
Die Jeopardy Folge war einfach beeindruckend und genial. Ich denke das wird eine ziemliche Bereicherung für den Medizinischen Bereich.
 
joa, nicht schlecht wenns dann auch funktioniert. erinnert etwas an "ich bin bestimmt krank und google mir was was ich haben könnte", oder "google sagt wenn mein kind schreit und am bauch empfindlich ist hats bestimmt nur zu viel luft drin, das regelt sich" und dann ists doch ein aufgeschnittener magen weils in nem unglücklichen moment ne glasscherbe verschluckt hat.


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