9/11-Denkmal: Algorithmus platzierte Opfernamen

Auf den ersten Blick wirken die Namen der Opfer auf dem 9/11-Denkmal, das gestern von US-Präsident Obama und Ex-Präsident Bush eingeweiht wurde, zufällig platziert. Statt sie alphabetisch zu ordnen, haben die Gestalter Gruppen gebildet, um die Beziehungen der Menschen untereinander darzustellen.
Insgesamt wurden 2.983 Namen in die Bronze-Platten geätzt, die zwei große Wasserbecken inklusive Wasserfall umgeben. Das Gesamtbild soll an die einstürzenden Türme des World Trade Centers erinnern. Die Namen der Opfer wurden so platziert, dass komplexe Beziehungen der Menschen untereinander berücksichtigt werden. Beispielsweise wurden die 658 Mitarbeiter und 46 Vertragsarbeiter der Investment-Bank Cantor Fitzgerald nebeneinander platziert. Ihre Büroräume wurden nahezu direkt vom Einschlag des ersten Flugzeugs im Nordturm getroffen.

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Es gibt keine Überschrift, die erkennen lässt, dass nachfolgend alle Mitarbeiter der Investment-Bank aufgeführt werden. Selbiges gilt für alle anderen Beziehungen, die im Rahmen des Denkmals berücksichtigt werden. Die Familien und Freunde der Opfer wurden im Vorfeld kontaktiert, um eventuelle Beziehungen der Menschen untereinander aufnehmen zu können. Ein speziell entwickelter Computer-Algorithmus errechnete anschließend die Platzierung der Namen, so dass fast alle Beziehungen einbezogen werden konnten.

Die Planer des Denkmals hatten die Angehörigen der Opfer befragt, ob es eine "bedeutsame Nähe" zwischen ihnen gab, so dass ihre Namen auch zusammen auf den Bronze-Platten erscheinen sollten. Rund 1.200 Antworten gingen ein. In den meisten Fällen ging es um die gemeinsame Platzierung von Arbeitskollegen, Familienmitgliedern und Freunden. Allerdings stehen auch Namen wie Victor Wald und Harry Ramos nebeneinander, die sich vor dem 11. September 2001 nicht kennengelernt hatten. Erst als sie sich aus dem brennenden Turm retten wollten, gingen sie gemeinsam vor, allerdings ohne Erfolg. Beide wurden unter den Trümmern begraben.

Da derart komplexe Beziehungen zwischen knapp 3.000 Menschen nicht mehr überblickt werden konnten, stützten sich die Planer auf einen Algorithmus der Firma Local Projects sowie des Software-Experten Jer Thorp. Der Algorithmus bestand aus zwei unabhängigen Teilen. Der erste bildete Menschengruppen auf Basis der Beziehungen. Der zweite Algorithmus platzierte diese Gruppen möglichst geschickt auf den 76 Bronze-Platten, so dass der Platz ohne große Lücken ausgefüllt wird. Dazu wurden zunächst die großen Gruppen platziert - kleinere Gruppen füllten später die Lücken.

Trotz der Unterstützung durch die Algorithmen mussten die Planer einige Anpassungen vornehmen. Der Algorithmus selbst wurde über einen Zeitraum von einem Monat ständig optimiert. Aus diesem Grund wäre es falsch zu behaupten, der Algorithmus hätte die Namen platziert - er unterstützte die Designer lediglich. Denkmal, 9/11 Denkmal, 9/11
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