Mobilfunkbetreiber speichern illegal Nutzerdaten

Handy, Mobiltelefon, Nokia N95 Bildquelle: Andrew* / Flickr
Die drei größten deutschen Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus speichern viel mehr Kundendaten, als sie eigentlich dürften. Die aktuelle Praxis bei den Unternehmen dürfte gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Vorratsdatenspeicherung verstoßen.
Entsprechendes berichtet die 'Berliner Zeitung', der ein Dokument der Generalstaatsanwaltschaft München vorliegt. Demnach werden bei den drei Firmen Verkehrsdaten deutlich länger gespeichert, als erlaubt: 90 Tage sollen sie hier vollständig verfügbar sein.

Teilweise werden Verbindungsnachweise sogar bis zu sechs Monate lang erfasst. Damit laufen bei dem Mobilfunkbetreibern offenbar immer noch Vorgänge, die den Vorgaben des längst gekippten Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung entsprechen. Lediglich O2 beschränkt sich demnach auf eine Frist von sieben Tagen.

Hinzu kommt, dass Daten in einem viel zu großen Umfang erfasst werden. So halten die drei Unternehmen beispielsweise auch Standort-Informationen vor. Laut Gesetz darf derzeit aber nur gespeichert werden, was für die Rechnungslegung benötigt wird. Von wo aus ein Kunde sein Telefonat führte, dürfte wohl kaum unter diese Option fallen.

Ebenso wenig darf erfasst werden, von wem ein Teilnehmer angerufen wurde, da hierfür ohnehin keine Kosten anfallen. Diese Information wird lediglich bei der Telekom nicht gespeichert. In einigen Fällen halten die Netzbetreiber sogar die IMEI-Nummer vor und können daraus Rückschlüsse ziehen, welches Handy verwendet wurde.

"Die nun offengelegte Sammelpraxis der deutschen Telekommunikationsbranche ist skandalös", erklärte Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Einerseits würden Handy-Nutzer so in die Gefahr strafrechtlicher Ermittlungen, weil sie zufällig am falschen Ort waren oder mit der falschen Person telefoniert haben - wie kürzlich in Dresden. Auch die Gefahr des Missbrauchs der Daten steigt. Breyer forderte die zuständigen Behörden daher auf, unverzüglich aktiv zu werden und das Problem zu beseitigen. Handy, Mobiltelefon, Nokia N95 Handy, Mobiltelefon, Nokia N95 Andrew* / Flickr
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