VW: "Gravierende Sicherheitslücken" im IT-System
Beim Automobilkonzern VW sollen "gravierende Sicherheitslücken" ein hohes Risiko erfolgreicher Angriffe auf die IT-Systeme in sich bergen. Das hat nach Informationen, die der 'Financial Times Deutschland' vorliegen, eine Untersuchung der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers gezeigt.
Die Ergebnisse der Prüfung seien bereits zu Jahresbeginn vorgelegt worden. Seitdem ist das Top-Management alarmiert und versucht eine Änderung herbeizuführen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch habe die Angelegenheit zur Chefsache erklärt, hieß es.
Dem Vernehmen nach soll es bisher noch keine schwerwiegenden Attacken gegen das Netzwerk des Automobilkonzerns gegeben haben. Das kann sich aber jederzeit ändern, wie das Beispiel Sonys zeigt. Das japanische Unternehmen war vor einiger Zeit plötzlich mit einer ganzen Reihe erfolgreicher Angriffe konfrontiert.
Wie die Zeitung berichtet, muss nun allerdings Klaus Hardy Mühleck, der bei VW für die IT verantwortlich ist, mit seiner Entlassung rechnen. Intern werfe man ihm vor, zu spät auf die Warnungen der Experten reagiert zu haben, obwohl er in der IT-Szene hoch angesehen ist und bei dem Konzern sogar den Rang eines Generalbevollmächtigten inne hat.
Erfolgreiche Attacken auf die Systeme von VW könnten schwer wiegende folgen haben. Immerhin sind hier Werke in 22 Ländern miteinander vernetzt - inklusive der zusätzlichen Marken Audi, Seat und Skoda. Sämtliche Produktionsabläufe sind eng miteinander verzahnt und können nur mit einem funktionierenden Netzwerk aufeinander abgestimmt werden.
Kommt es durch einen Angriff zu Ausfällen, könnten bereits kurze Zeit später Produktionsausfälle folgen, weil Bauteile ausgehen. Immerhin erfolgt die moderne Fertigung Just-in-Time. Eine Lagerhaltung gibt es kaum noch. Man ist darauf angewiesen, dass alle benötigten Teile zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintreffen. Aber auch die Gefahr der Wirtschaftsspionage spielt eine nicht unwesentliche Rolle.
Bei VW soll aber zu lange ein Investitionsstau angehalten haben, würden Insider berichten. Die Rede ist von veralteter Technik und Programmen, die nicht ausreichend gegen Attacken geschützt sind. Das soll sich nun schnell ändern. Für die kommenden drei Jahre soll eine Summe im dreistelligen Millionen-Bereich für Investitionen in die Modernisierung und Absicherung der IT vorgesehen sein.
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