Mozilla kritisiert Googles Browser-Strategie

Browser Der bekannte Mozilla-Mitarbeiter Asa Dotzler, der unter anderem für das Projekt Spread Firefox verantwortlich ist, hat Google offen für seine Browser-Strategie kritisiert. Er stört sich an der fehlenden Integration des Do-Not-Track-Headers sowie den Zielen, die der Suchmaschinenbetreiber mit der Software verfolgt.
Den Stein des Anstoßes lieferte Google in der letzten Woche im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse. Die Anleger diskutierten mit den zuständigen Google-Managern, warum Chrome eine wichtige Rolle in der Strategie des Unternehmens spielt und wie dieses kostenlose Produkt jemals profitabel werden kann. Aus der Sicht der Aktionäre verschlingt die Entwicklung des Browsers lediglich Kosten, ohne dass Einnahmen generiert werden.

Googles Finanzchef Patrick Pichette erklärte daraufhin, dass Chrome um die Suche herum entwickelt wurde und somit die Nutzung der hauseigenen Dienste ankurbelt. "Jeder der Chrome OS nutzt, wird aus unserer Perspektive dazu 'gezwungen', Google zu verwenden", sagte Pichette und lieferte den Google-Kritikern damit eine Diskussionsvorlage. "Wenn wir den Browser beherrschen, beherrschen wir auch die Suche", setzte Pichette fort. Dotzler kommentierte diese Aussage lediglich mit den Worten, dass es eben doch eine Rolle spielt, wer einen Browser entwickelt.

Asa DotzlerAsa Dotzler Damit geht er bereits auf einen weiteren Sachverhalt ein, für den Google aktuell kritisiert wird. Da Firefox von einer Non-Profit-Organisation unterstützt wird, verfolgt man keine großen finanziellen Interessen mit der Software. Google dagegen ist stark auf Gewinn ausgerichtet und ist laut Dotzler im Rahmen der Entwicklung an einige Gegebenheiten gebunden. Konkret ist damit der Do-Not-Track-Header gemeint, den Google als einziger großer Browser-Hersteller noch nicht implementiert hat.

"Google hat den schnellsten Release-Zyklus aller großen Browser-Hersteller, hat aber den Do-Not-Track-Header im Gegensatz zu der Konkurrenz noch nicht hinzugefügt", schrieb Dotzler via Twitter. Diese zusätzliche Information, die beim Aufrufen einer Website übertragen wird, teilt Werbetreibenden mit, dass man keinerlei Aufzeichnungen des Surfverhaltens wünscht, mit deren Hilfe die Werbung zielgerichteter ausgeliefert werden kann.

Für Dotzler ist klar, warum Google den Do-Not-Track-Header bislang nicht implementiert hat. Als eines der größten Werbeunternehmen im Netz würde sich Google ins eigene Fleisch schneiden, wenn es eines der wichtigsten Signale zur zielgerichteten Auslieferung der Anzeigen ignoriert, erklärt er sinngemäß in seinem persönlichen Blog. Er verweist auf eine ähnliche Situation aus der Vergangenheit, in der es um Netscape geht.

Für die Version 7.0 des gleichnamigen Browsers wurde Mozilla 1.0 als Basis verwendet, jedoch mit einigen Anpassungen, die Netscape zu einem eigenständigen Browser machten. Dazu gehörte unter anderem das Deaktivieren des Popup-Blockers, schließlich hatte AOL als Besitzer von Netscape kein Interesse daran, eine wichtige Einnahmequelle stillzulegen. AOL verdiente unter anderem mit Popup-Werbung Geld.
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren87
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 18:30 Uhr Sony 5.1-Kanal Soundbar mit 600W Ausgangsleistung, NFC
Sony 5.1-Kanal Soundbar mit 600W Ausgangsleistung, NFC
Original Amazon-Preis
205,25
Im Preisvergleich ab
205,24
Blitzangebot-Preis
179,00
Ersparnis zu Amazon 13% oder 26,25

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden