Apple: Mac OS X wird 10 und verliert seinen Vater

MacOS Apple feiert heute den zehnten Geburtstag seines aktuellen Betriebssystems Mac OS X. Das Jubiläum wird allerdings überschattet vom Abgang Bertrand Serlets, dem langjährigen Leiter der Mac-Software-Entwicklung. Serlet stand seit gut zwanzig Jahren an der Seite von Apple-Chef Steve Jobs. Bevor Jobs Mitte der 1990er wieder zu Apple kam, arbeiteten beide bei NeXT. Serlet war maßgeblich an der Entwicklung von Mac OS X beteiligt und gilt als der prägende Kopf hinter verschiedenen Technologien, die bei den Anwendungsentwicklern äußerst beliebt sind.

Hintergrund für den Rückzug sind allerdings keine Meinungsverschiedenheiten mit Jobs oder einem anderen Apple-Manager. Serlets Abgang ging eine längere Übergangsphase voraus, in der Craig Federighi auf die Übernahme des Postens vorbereitet wurde. Dies wird unter anderem daran deutlich, dass dieser im vergangenen Jahr bereits die neue Mac OS X-Version "Lion" vorstellte. Serlet will sich laut Apple zukünftig weniger der Entwicklung konkreter Anwendungen widmen und mehr Zeit für die Erforschung neuer Software-Technologien haben.

Mit der Einführung von Mac OS X am 24. März 2001 wagte Apple einen großen Schritt, der deutliche Risiken für das Unternehmen mit sich brachte, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Befreiungsschlag war. Denn schon weit in den 1990er Jahren war klar, dass man mit der grundlegenden Architektur von Mac OS 9 in einer Sackgasse steckte.


Mac OS X Cheetah

Deshalb entschied man sich, ein komplett neues Betriebssystem zu entwickeln und die alten Zöpfe in einem radikalen Schritt abzuschneiden. Für die neue Architektur griff man auf die FreeBSD- und Mach-Kernel zurück und strickte aus diesen mit Darwin ein eigenes Unix-Betriebssystem, das als Open Source-Software zur Verfügung steht. Ergänzt um verschiedene Frameworks und die Benutzeroberfläche Aqua erhielt man schließlich das neue Mac OS X.

Dieses war für eine Übergangsphase in der Lage, auch die älteren Anwendungen weiter laufen zu lassen. Die erste, unter dem Namen Cheetah bereitgestellte Fassung hatte es anfangs aber schwer, sich durchzusetzen, da sie noch recht fehlerhaft war. Ein halbes Jahr später schob Apple aber mit Mac OS X 10.1 "Puma" ein Update nach, das deutliche Verbesserungen aufwies und dem Betriebssystem zum Durchbruch verhalf.

Der Mut, den Apple mit dem vollständigen Bruch gegenüber den älteren Systemen bewiesen hatte, sorgte in den folgenden Jahren dafür, dass das Unternehmen auch mit einer weiteren großen Herausforderung umgehen konnte. Die Zeichen der Zeit wiesen auf einen Siegeszug mobiler Systeme hin. Allerdings wurde immer klarer, dass die PowerPC-Architektur von IBM nicht in der Lage war, für diese entsprechend leistungsfähige und gleichzeitig sparsame Prozessoren zu bieten.

Auf der WWDC im Jahr 2005 verkündete Steve Jobs, dass man sich komplett von dieser Architektur verabschiedet und zukünftig auf x86-Prozessoren von Intel setzen werde. Mac OS X 10.4 Tiger war dann die erste Version des Apple-Betriebssystems, unter der die gewaltige Umstellung angegangen wurde.

Mac OS X (x86) Mac OS X (x86) Mac OS X (x86)
Mac OS X "Tiger" für x86

2007 folgte der nächste große Schritt: Mit der Vorstellung des ersten iPhones wurde klar, dass Apple nun bereits die dritte Hardware-Architektur mit Mac OS X bestücken wird. Auch iOS hat die gleiche Basis wie das Mac-Betreibssystem, nur dass es sich nun auf ARM-Prozessoren beweisen musste.

Die Einführung von Mac OS X vor zehn Jahren bildete damit die wesentliche Grundlage dafür, dass Apple sich in der letzten Dekade sehr flexibel den Veränderungen am Markt anpassen konnte. Der kleine Computer-Hersteller, der in den 1990ern nur noch Nischen belieferte und fast gänzlich bankrott war, hat sich erst so zu einem der inzwischen wertvollsten Unternehmen der Welt, das in der IT-Branche maßgeblich mit den Ton angibt, entwickeln können.
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