Vodafone will sich nicht aus den USA zurückziehen

Wirtschaft & Firmen Der Mobilfunkkonzern Vodafone will an der 45-prozentigen Beteiligung am US-Mobilfunk-Anbieter Verizon Wireless festhalten, obwohl das Unternehmen seit 2005 keine Dividenden mehr zahlt. "In der aktuellen Situation sehe ich keinen Anlass, sich von diesem exzellenten Unternehmen zu trennen", sagte Konzernchef Vittorio Colao im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (kommende Ausgabe). Die Deutsche Telekom hatte am Sonntag hingegen beschlossen, die US-Tochter T-Mobile an den Wettbewerber AT&T zu verkaufen.

Gegenüber 'Capital' kündigte Colao an, das Thema Dividenden-Zahlung mit dem US-Partner "Ende des Jahres" diskutieren zu wollen. Möglichen Investitionen in weitere Industriezweige erteilte Colao eine klare Absage. Mit Blick auf die Deutsche Telekom, die den Aufbau intelligenter Stromnetze zur Konzernstrategie ausgerufen hat, sagte Colao: "Unser Geschäft bleibt zu 100 Prozent Datenübertragung."

Zwar könne er sich vorstellen, Bereiche wie die Telemedizin durch Partnerschaften zu unterstützen, aber anders als manche Konkurrenten sei es auszuschließen, dass Vodafone solche Angebote in Eigenregie betreiben werde. "Es gibt keinen Grund, Kapital in Industriezweige zu investieren, in denen wir uns nicht auskennen."

Besonderes Augenmerk richtet der 49-jährige Italiener auf die Märkte in den Schwellenländern. Das Wachstum der Vodafone-Töchter liege dort im Schnitt bei zehn Prozent. "In Europa hingegen bei Null." Einer weiteren Expansion durch mögliche Übernahmen oder Zusammenschlüsse stünden jedoch die hohen Preise entgegen. "Die verlangten Summen sind viel zu hoch. Wir haben uns für einige Unternehmen in Afrika interessiert - und es dann gelassen." Andere dagegen hätten trotzdem gekauft. "Entweder haben sie Ertragsmöglichkeiten gesehen, die wir nicht erkannt haben, oder sie haben zu teuer gekauft, was ich vermute", so Colao gegenüber 'Capital'.
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