Angespielt: Homefront - Die Koreaner fallen ein

PC-Spiele Der Publisher THQ sorgte im Vorfeld der Veröffentlichung von Homefront mit zahlreichen Videos für hohe Erwartungen. Viele Spieler freuen sich auf eine packende Geschichte. Wir haben den Ego-Shooter der Kaos Studios unter die Lupe genommen und verraten, ob sich der Kauf lohnt.
Die Koreaner sind da!
Homefront basiert auf der aktuellen politischen Situation in Nord- und Südkorea, erfindet jedoch eine fiktive Zukunft auf Basis des Konflikts in Asien. Der derzeitige Staatschef Kim Jong-Il stirbt und sein Sohn Kim Jong-Un tritt die Nachfolge an. Mit militärischer Gewalt sorgt er für eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten. Anschließend folgt ein Eroberungszug quer durch den asiatischen Raum.

Das Hauptziel des machtbesessenen Kim Jong-Un ist jedoch die USA. Er wartet einen günstigen Zeitpunkt an, um in den mächtigen Staat einzufallen. Die USA sind durch eine schwere Wirtschaftskrise und eine Grippeepidemie geschwächt. Ein Satellit der Koreaner sorgt mittels elektromagnetischem Impuls (EMP) für einen landesweiten Stromausfall, woraufhin die Invasion beginnt.

Die Koreaner sind sehr unbequeme Besetzer, die Hitler und seinen Mannen in nichts nachstehen würden. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Robert Jacobs, der an einem Morgen des Jahres 2027 von koreanischen Soldaten aus seiner Wohnung gezerrt wird. Man findet sich in einem Bus wieder und kann entlang der Straße viele Grausamkeiten beobachten. Beispielsweise wird ein kleines Kind Zeuge, wie seine Eltern kaltblütig erschossen werden.

HomefrontDie Besetzer gehen mit der Bevölkerung nicht sehr zimperlich um. Jacobs ist klar, dass es nicht gut um ihn steht und ein tödliches Ende naht. Doch plötzlich wird der Bus von einem Laster gerammt und der Spieler wird gerettet. Kurze Zeit später wird klar, dass die Hilfe von den Widerstandskämpfern kam, die Jacobs Fähigkeit, einen Hubschrauber zu fliegen, benötigen. Fortan nimmt Homefront seinen Lauf und erzählt in sieben Kapiteln den Krieg zwischen dem vereinten Korea und den Widerstandskämpfern der USA.

In den ersten Minuten macht die Story einen sehr fesselnden Eindruck und reißt den Spieler mit. Im Laufe der Zeit wird die Geschichte zunehmend unlogischer. Man wird zunächst nicht darüber aufgeklärt, warum man für den Widerstand kämpft. Erst späte erfährt man, dass man einen Hubschrauber fliegen soll, um Tanklastzüge zu überfallen. Unklar bleibt jedoch, warum man dafür ausgerechnet einen Hubschrauber benötigt.

Gewöhnliches Gameplay
Spielerisch ist Homefront ein geradliniger Shooter nach dem Vorbild von Call of Duty. Die Story wird mit Hilfe geskripteter Sequenzen erzählt. Das Sprechen übernehmen jedoch nur die beiden Begleiter vom Widerstand, mit denen man unterwegs ist. Jacobs selbst bleibt das gesamte Spiel über stumm. Bei der miesen deutschen Synchronisation, die von Google Translate stammen könnte, ist das vielleicht auch besser so.

HomefrontDem Goliath müssen Ziele zugewiesen werden. Den beiden unsterblichen Mitstreitern kann man keine Befehle geben. Dafür kommt ab und zu ein Gefährt namens Goliath zum Einsatz. Der Radpanzer verschießt starke Raketen, denen man zuvor die Ziele markieren muss. Dazwischen wirkt das Fahrzeug etwas unkontrolliert und steht oftmals im Weg. Die beiden Gefährten vom Widerstand haben jedoch noch eine wichtige Aufgabe: Sie müssen Türen eintreten und unüberwindbare Schränke aus dem Weg räumen, so dass man den Weg fortsetzen kann. Hier haben die Entwickler zu offensichtlich durchblicken lassen, dass man keine Bewegungsfreiheit hat.

Für Abwechslung sorgt das sechste von sieben Kapiteln, in dem man endlich in den Hubschrauber steigen darf. Nach einigen Minuten fühlt man sich jedoch an das bekannte Arcade-Game Moorhuhn erinnert. Mit diesem Problem hat Homefront durchweg zu kämpfen, da die Entwickler bei den Gegnern auf Masse statt Klasse setzen. Darüber täuschen auch die Schleicheinsätze nicht hinweg, die unfreiwillig komisch wirken, da man die Fortbewegungsart nicht unbedingt als Schleichen bezeichnen würde.

HomefrontDer Hubschrauber-Einsatz sorgt für Abwechslung. Das siebente und damit letzte Kapitel von Homefront hat man nach etwa fünf Stunden abgeschlossen. Es kommt überraschend, da man von Call of Duty und Co. dramatischere Enden gewohnt ist. Anschließend wartet ein umfangreicher Multiplayer-Modus auf die Käufer. Der erste Eindruck davon ist sehr positiv, allerdings haben wir für eine abschließende Beurteilung bislang zu wenig Zeit in den Mehrspielergefechten verbracht.

Grafik und Sound
Zumindest auf dem PC ist Homefront kein hässlicher Shooter, allerdings bringt er auch keine umwerfenden grafischen Finessen mit. Auf der Xbox 360 dagegen wird der optische Eindruck durch sehr grob aufgelöste Texturen getrübt. Insgesamt ist die grafische Gestaltung sehr abwechslungsreich und damit durchaus zufriedenstellend.


Sound-technisch ist Homefront jedoch keine Meisterleistung. So kommt es immer wieder zu irritierenden Platzierungsfehlern. Die Mitstreiter vom Widerstand nimmt man wahr, als würden sie direkt neben Jacobs stehen, dabei sind sie schon gar nicht mehr in Sichtweite. Die Soundeffekte und die musikalische Untermalung sind dagegen passend und unterstützen das bedrückende und teilweise schockierende Szenario.

HomefrontSchleich-Passagen kommen nicht sehr häufig vor. Bei der deutschen Synchronisierung bewies der Publisher THQ kein gutes Händchen. Abgesehen von den unmotiviert wirkenden Sprechern, könnte die Übersetzung auch maschinell erledigt worden sein. Aus einem "Hell, yeah!" wird da schon mal ein komisches "Hölle, ja!". Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich für diese Sprachausgabe entscheiden.

Fazit
Homefront ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist die Geschichte des amerikanischen Autors John Milius sehr interessant, andererseits wird sie im Laufe des Spiels immer unlogischer und wirkt aufgesetzt. Dieser Zwiespalt setzt sich auch bei der Präsentation fort. Einerseits werden die Besetzer brutal und furchteinflößend dargestellt, andererseits muss man sich gegen hunderte, wenn nicht sogar tausende Koreaner zur Wehr setzen, die wie dumme Moorhühner angelaufen kommen.

Homefront Insgesamt enttäuscht Homefront, vor allem da der Publisher THQ im Vorfeld viele vollmundige Versprechungen machte. Wer keine hohen Erwartungen hat und geringe Ansprüche stellt, dürfte jedoch zufrieden sein. Ein Hoffnungsschimmer ist der spaßige Multiplayer-Modus, der durch einige interessante Elemente überzeugt.

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