Causa Guttenberg: Debatte im Netz reißt nicht ab

Recht, Politik & EU Auch nach dem gestrigen Rücktritt des bisherigen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) reißt die Auseinandersetzung zwischen seinen Kritikern und Anhängern im Netz nicht ab.
Der Facebook-Gruppe "Wir wollen Guttenberg zurück" haben sich inzwischen über 360.000 Nutzer zusammengeschlossen. Diese wollen ihre Solidarität mit dem Politiker ausdrücken, der darüber gestolpert war, dass seine Doktorarbeit mit zahlreichen Plagiaten versehen war.

Auch zu Kundgebungen wurde inzwischen aufgerufen. Deren Initiatoren argumentieren, dass Guttenberg zwar einen Fehler gemacht habe, aber als Politiker eine gute Arbeit verrichtet habe. Unterfüttert wird dies durch eine anhaltende Kampagne des Boulevard-Blattes 'Bild', die vorerst exklusiver Werbeträger einer Kampagne des Verteidigungsministeriums zur Rekruten-Gewinnung werden sollte.

Schon vor dem Rücktritt Guttenbergs hatte eine Fan-Seite schnell viele Unterstützer versammelt. Gestartet wurde diese vom Mainzer Unternehmer Tobias Huch, der sein Geld mit Erotik- und Unterhaltungs-Angeboten im Internet verdient und bereits des Öfteren als Online-Experte in der 'Bild' zu Wort kam.

Von verschiedenen Seiten sind aber auch weiterhin andere Stimmen zu hören. Angesichts seines Umgangs mit den Vorfällen rund um den Tod einer Soldatin auf dem Segelschulschiff Gorch Fock und vor allem auch der Bundeswehrreform, die Guttenberg als sein wichtigstes Werk darstellte, wurde der Minister selbst in den eigenen Reihen zunehmend kritisch gesehen.

In der Bundeswehr und bei den Regierungsparteien sah man die Pläne für die Reform als nicht besonders gut durchdacht an. So beruhe diese weder auf einer klaren Aufgabenstellung noch auf einer konkreten Gefährdungsanalyse, hieß es.

Aber auch für die akademische Welt ist die Sache mit dem Rücktritt Guttenbergs noch nicht ausgestanden. Die Kritik richtet sich hier zunehmend gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Wir waren und sind vom Umgang der Bundeskanzlerin mit der Plagiatsaffäre maßlos enttäuscht. Unser Anliegen hat sich mit dem Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung nicht erledigt", so die Verfasser eines offenen Briefs von Doktoranden, der inzwischen von rund 60.000 Personen unterzeichnet wurde.

Merkels Reaktion auf seinen Rücktritt lege nahe, dass sie immer noch nicht verstanden hat, worum es gehe, hieß es. "Wir fordern, dass die Bundeskanzlerin aufhört, die schwerwiegenden Täuschungen und den Umgang mit ihnen zu verharmlosen und die Konsequenzen für den Wissenschaftsstandort Deutschland sowie die politische Kultur in unserem Land zu leugnen. Sie muss anerkennen, dass ihr Verhalten der Wissenschaft und überhaupt der Wertschätzung von Bildung und Leistung massiv schadet, und ihre Haltung zu diesen Fragen korrigieren."

Die Plattform "Guttenplag", auf der die Doktorarbeit Guttenbergs auf Plagiate durchsucht wird, hat inzwischen einen weiteren Zwischenbericht vorgelegt. Hier kommt man inzwischen zu dem Schluss, dass die Hälfte des 393 Seiten umfassenden Textes nicht von Guttenberg stammt.

"Der Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung war nicht Ziel dieses Projekts. Ziel ist die detaillierte Aufklärung der Umstände, unter denen die Dissertation entstanden ist", stellten die Betreiber noch einmal klar. Man bedauere aber, dass Guttenberg in seiner Rücktrittsrede "keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat".

Der Minister hatte von Beginn an lediglich eingeräumt, dass seine Arbeit wohl Fehler enthalte, er diese aber nicht bewusst begangen hätte. Angesichts der Masse der Plagiate wird dies allerdings als nicht glaubhaft angesehen. Seinen Rücktritt begründete Guttenberg gestern auch nicht mit seinen Fehlern, sondern machte lediglich die Berichterstattung über das Thema verantwortlich, durch die ihm die Kraft fehle, sich um die Bundeswehr zu kümmern.
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