Das Computerspielemuseum: Ein Erfahrungsbericht

Weitere Messen Zugegeben: Die Idee Videospielen ein eigenes Museum zuteil werden zu lassen und sie so zur Kunst-, Kultur- oder Wissenschaftsform zu erheben, hielt ich - vorsichtig ausgedrückt - für gewagt.
Ist es doch so, dass man gemeinhin bei diesem Thema sofort an picklige, untersetzte Teenager denkt, die sich stundenlang im stillen Kämmerlein ihren fiktiven Realitäten widmen weil sie mit der wirklichen Realität nicht klar kommen. Was also soll mir ein Museum bieten, dessen ausgestellte Monumente, in diesem Fall das besagte Medium, mich grundsätzlich nicht interessieren?

So ging ich - offensichtlich vorurteilsbelastet - zur Eröffnung des Computerspielemuseums und zur ersten Präsentation der Dauerausstellung "Evolution eines Mediums". Das Innenleben des von außen doch recht unauffälligen Baus in der Berliner Karl-Marx-Allee hat mich aber auf den ersten Blick hin beeindruckt. Dem modernen Medium des Computerspiels komplett gerecht werdend, fällt hier sofort die Einrichtung auf, die nichts mit langweiligem, verstaubten Museumsmief gemein hat. Begrüßt wird man von einer riesigen Leinwand vor der kubistische Sitzgelegenheiten Platz für Vorträge und Filme jeder Art bieten. Computerspielemuseum Berlin Die Ausstellung selbst stellt nicht nur eine Zielgruppe zufrieden, sondern wird durch ihr besonderes Flair und den Mitmachcharakter alle Besucher begeistern. Auch der Präsentationsraum ist kubistisch gestaltet, einzelne Konsolen werden in Glaskästen ausgestellt, die Tafeln daneben beschreiben kurz und verständlich was zu sehen ist. Spezielle Lichteffekte sorgen hier für ein futuristisches Feeling und lassen den Betrachter in die Videospielewelt abtauchen.

Der Weg führt vorbei an Klassikern - hier besonders zu erwähnen ist die Brown Box, der Prototyp von Ralph H. Baers erstem Videospiel-Patent der Geschichte: Zusammen mit anderen seiner Entwicklungen ging daraus 1972 die erste Heimvideospiel-Konsole Odyssey hervor. Baer ist im Übrigen auch Schirmherr der Dauerausstellung und war bei der Eröffnung per Live-Chat zugegen.

Im nächsten Abschnitt angekommen, sticht mir eine Spielekonsole ins Auge, die mithilfe einer 3D-Brille für Action sorgen will. Diese Spieleform ist momentan sehr beliebt und noch relativ neu. Beim ersten Ausprobieren muss ich allerdings nach 20 Sekunden kapitulieren. Denn was wohl für den passionierten Videospieler ein wahrer Traum sein muss, ist mir, ehrlich gesagt, zu viel Action für meine Sinne.

Auch für spielerisch-künstlerische Installationen ist Platz. Eine Installation bringt Virtualität, die materielle Welt und Klänge zusammen. Besucher können hier Punkte, die auf einem Display herumwirbeln mit Holzklötzen umlenken und auf diese Art immer neue Klangvariationen erzeugen.

Computerspielemuseum BerlinComputerspielemuseum BerlinComputerspielemuseum BerlinComputerspielemuseum Berlin

Die Hände weg lassen sollte man besser von der sogenannten "Painstation". Hier gibt es den Klassiker "Pong" in einer leicht verschärften Version: Jeder Spieler legt die Hand, die er nicht zum spielen benutzt auf eine dafür gefertigte Vorrichtung. Sobald ein Teilnehmer während des Spiels einen Fehler macht, setzt es entweder einen kleinen Strom-, Hitze-, oder Peitschenschlag. Wer das öfter als dreimal durchhält, der darf sich wahrlich als Held bezeichnen.

Neben der Dauerausstellung werden auch Sonderausstellungen folgen. So wird in Kürze das Spiel "RaveSnake" vorgestellt, das auf dem Klassiker Snake aus den 80er Jahren basiert. Das Projekt des Berliner Entwicklungsstudios Extrajetzt Interactive ermöglicht es Passanten, das Spiel mit einem Handy via Bluetooth zu steuern.

Link: Computerspielemuseum.de

Karl-Marx-Allee 93a
10243 Berlin
Tickets: 8 Euro (ermäßigt 5 Euro)
Öffnungszeiten: Täglich 10-20 Uhr
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