WIK: Zum Glasfasernetz durch Breitbandpauschale

Wirtschaft & Firmen Mit einer Breitbandpauschale von nur einem Euro pro Anschluss und Monat könne der Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes in Deutschland schneller möglich als bisher angenommen.
So jedenfalls argumentiert der Geschäftsführer des Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK), Karl-Heinz Neumann, in einem jetzt veröffentlichten Diskussionsbeitrag. Der klassische Universaldienstansatz ist seiner Ansicht nach für das schnelle neue Netz ungeeignet.

"Wir sind heute in Deutschland weiter von einem flächendeckenden Glasfasernetz entfernt als noch vor 2 Jahren", zieht Neumann Bilanz. "Nicht einmal 1,2 Prozent aller Anschlüsse in Deutschland sind heute für die schnelle leistungsfähige Zukunft der Telekommunikation gerüstet."

EU-weit sieht die Breitbandwelt nicht besser aus: Nach einem kürzlich von der EU-Kommission veröffentlichten Arbeitsdokument sind im Juli 2010 gerade einmal 1,7 Prozent aller Breitbandanschlüsse im Festnetz auf Fibre To The Home (FTTH) vorbereitet.

"Der heutige Footprint von aufgerüstetem Kabel und VDSL", so Neumann, "liegt primär im Bereich der Ballungsgebiete. Im ländlichen Raum sind Projekte dieser Art aufgrund der Kostensituation fast überhaupt nicht zu finden." Aber auch nicht einmal für die 30 bis 50 Prozent der Anschlüsse, die für einen profitablen FFTH‐Ausbau geeignet wären, sind heute Investitionsabsichten erkennbar.

Der Glasfaserausbau erfolgt primär nachfragegetrieben. So lasse sich eine neue Infrastruktur nicht aufbauen. "Wenn es uns nicht gelingt, hier alternative Kostenmodelle für den Ausbau zu schaffen, wird es kein flächendeckendes Glasfasernetz in Deutschland geben", ist Neumann überzeugt.

Die Lösung des Problems sieht das WIK in einem modifizierten Ansatz: Pro Anschluss und Monat wird pauschal eine Universaldienst‐Abgabe in Höhe von 1 Euro erhoben. Dadurch würden jährlich 1,8 Milliarden Euro eingenommen. Damit lassen sich über einen Fünfjahreszeitraum Investitionen in Höhe von nahezu 40 Milliarden Euro anstoßen, so das WIK.
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