Wikileaks: Hintergründe, Enthüllungen & Konflikte

Anonymisierter Geheimnisverrat
Ausgangspunkt für eine neue Enthüllung ist immer ein Informant, der Zugang zu den entsprechenden Quellen hat. Diese entschließen sich aus verschiedensten Gründen zum Geheimnisverrat: Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber, Gerechtigkeitssinn oder auch einfach nur Nervenkitzel. Hier gibt es keine Unterschiede zum klassischen Journalismus.

Bei dem einzigen mutmaßlichen Informanten, der bisher enttarnt worden ist, handelt es sich um den US-Soldaten Bradley Manning. Dieser ist offenbar die Quelle für das Video über den Angriff eines Kampfhubschraubers auf Zivilisten im Irak, bei dem im Juli 2007 zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters getötet wurden. Auch die in diesem Jahr veröffentlichten Militärakten und möglicherweise auch die aktuellen Botschafts-Depeschen könnten von ihm stammen.

Manning hatte sich selbst verraten, als er sich gegenüber dem Hacker Adrian Lamo in einem Chat damit brüstete, die Informationen aus seiner Einsatzstelle im Irak geschmuggelt zu haben. Lamo informierte daraufhin die US-Behörden. Wikileaks selbst hat sein Übermittlungs-System so organisiert, dass nicht einmal die Betreiber der Plattform davon Kenntnis erlangen können, wer ein Dokument geschickt hat. Bei einer digitalen Übermittlung werden keine Logfiles gespeichert und die Einsendung zusätzlich anonymisiert. Es ist aber auch möglich, Dokumente auf Papier über Postfächer von Unterstützern an einigen Universitäten anonym per Post zu schicken.


Die aktuelle Wikileaks-Seite

Vor der Veröffentlichung werden die Papiere von Experten auf ihre Echtheit geprüft. Computer-Forensiker analysieren beispielsweise, ob gescannte Papiere retuschiert wurden. Journalisten oder Politikwissenschaftler werden befragt, ob sich Dokumente realistisch in das bisher bekannte Bild einbetten. Erst dann erfolgt die Veröffentlichung.

Wikileaks stellte in der Vergangenheit durchaus auch gefälschte Dokumente online. Diese waren aber stets mit einem entsprechenden Hinweis versehen. Die Betreiber der Plattform sehen auch in den Manipulationen einen Informationswert. Bisher ist es noch nicht vorgekommen, dass ein gefälschtes Dokument als echt bewertet wurde.

Wikileaks Am Umstrittensten sind immer wieder Dokumente, in denen persönliche Daten von Betroffenen auftauchen. Wikileaks hat sich in der Vergangenheit mehrfach geweigert, entsprechende Stellen zu Schwärzen. Stattdessen verfolgt man die Strategie, die Betroffenen vorab über den Leak zu informieren und gibt ihnen damit gegebenenfalls Gelegenheit, Vorkehrungen zu treffen.

Grundsätzlich muss aber niemand befürchten, dass eines Tages die eigene Krankenakte oder ähnliches auf Wikileaks auftaucht. Die Betreiber der Plattform machen grundsätzlich nur Dokumente öffentlich, die - ob in großem oder auch nur im lokalen Rahmen - eine Relevanz für die Öffentlichkeit haben.

Die zentrale Person bei Wikileaks ist Julian Assange. Seiner Herkunft und Motivation, sich zur Zielscheibe der Mächtigen dieser Welt zu machen, gehen wir auf der nächsten Seite nach.
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