Google: Chrome, Web Store und Chrome OS

Browser Google hat heute in San Francisco über 90 Minuten über seinen Browser Chrome sowie das Betriebssystem Chrome OS gesprochen. Es gab viel Neues zu berichten und es wurde schnell klar, dass Google seinen Browser als die wichtigste Basis für viele kommende Projekte betrachtet.
Chrome Web Store
Derzeit gibt es rund 120 Millionen aktive Nutzer von Chrome, die ab sofort auf den Chrome Web Store zugreifen können. Dabei handelt es sich um die wichtigste Neuerung von Google, da es in der Vision des Unternehmens keine lokal installierten Programme mehr gibt. Über den Chrome Web Store verbindet man die Nutzer mit den Entwicklern, was bei Web-Anwendungen in der Vergangenheit sehr schwierig war, da es keine zentrale Plattform gab.

Chrome Web Store Bereits zum Start stehen rund 500 Web-Apps zur Verfügung, kostenlos und kostenpflichtig. Für die Bezahlung setzt Google auf sein hauseigenes System Checkout, das derzeit noch eine Kreditkarte zur Abrechnung voraussetzt. Der Chrome Web Store sieht auch Trial-Versionen vor, so dass Entwickler umfangreiche Möglichkeiten haben, die Kunden vom Kauf einer Anwendung zu überzeugen. Auch ein Abo-Modell kann genutzt werden.

Chrome Web Store Drei Partner demonstrierten in San Francisco ihre Web-Apps. Die New York Times stellte eine Anwendung vor, die die Web-Inhalte der Zeitung auf unterschiedliche Art und Weise zugänglich macht, beispielsweise in einer Posteingang-ähnlichen Ansicht. Amazon zeigte "Kindle for the Web". Darüber wird man die E-Books des Unternehmens zukünftig in jedem Browser lesen können. Electronic Arts wird einige Spiele als Web-Apps anbieten. In Chrome 9.0 wird beispielsweise "Popit" vorinstalliert sein.

Chrome Web Store Chrome OS
Der Chrome Web Store ist auch der wichtigste Bestandteil des kommenden Betriebssystems Chrome OS, das ebenfalls in San Francisco gezeigt wurde. Google hat innerhalb der letzten 12 Monate große Fortschritte gemacht, doch die ersten Geräte werden erst Mitte 2011 in den Handel kommen. Dazu arbeitet man mit Samsung und Acer zusammen, die entsprechende Notebooks anbieten werden.


Cr-48

Die Tester von Chrome OS können ein spezielles Testgerät nutzen, das Google kostenlos zur Verfügung stellt. Es handelt sich um den Cr-48. In Deutschland hat man leider keine Möglichkeit es zu bekommen. Google verrät nicht, welcher Hersteller das schlichte schwarze Notebook herstellt - ein Logo gibt es nicht. Es soll ausschließlich für Tester angeboten werden und niemals in den Handel kommen. Details zur Hardware können der Grafik entnommen werden.


Interessante Details des Cr-48: Es gibt keinerlei Laufwerke, auch keine Festplatte. Zudem hat man auf die Caps-Lock-Taste verzichtet.

Google hat bei Chrome OS sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Notebooks mit dem Betriebssystem einfach zu bedienen sind. Das beginnt bereits bei der ersten Einrichtung. Nach dem Konfigurieren der Internetverbindung gibt man lediglich seine Google-Kontodaten ein und ist fertig. Man findet umgehend seine gewohnte Oberfläche aus dem Browser Chrome vor, die sich optisch nur minimal unterscheidet. Sämtliche Daten stehen zur Verfügung, beispielsweise Bookmarks, Einstellungen, Themes, Apps und alles andere, was über das Google-Konto synchronisiert wird.

Nutzen mehrere Nutzer einen Computer, kann einfach zwischen den Google-Konten gewechselt werden. Als Gast nutzt man Chrome OS im Inkognito-Modus. Man hinterlässt keinerlei Spuren auf einem fremden Rechner und hat auch keinerlei Zugriff auf die persönlichen Daten des Besitzers.

Alle Notebooks mit Chrome OS werden auch das mobile Internet via UMTS nutzen können. Ist man dennoch offline, können viele Apps auch offline genutzt werden, da eine lokale Kopie angelegt wird, die wieder auf den aktuellsten Stand gebracht wird, sobald man wieder online ist.


Für das mobile Internet setzt Google in den USA auf Verizon Wireless als Partner. Jeder Besitzer eines Notebooks mit Chrome OS erhält jeden Monat ein Übertragungsvolumen über 100 Megabyte komplett kostenlos. Man muss keinerlei Vertrag abschließen. Wer mehr benötigt, wird sehr flexible Tarife vorfinden. Google legt Wert darauf, dass man nur für das bezahlt, was man auch wirklich nutzt.

Bei der Entwicklung von Chrome OS war auch die Sicherheit ein wichtiges Thema. Das Betriebssystem wird wie der Browser auch automatisch im Hintergrund aktualisiert, so dass man sich keine Gedanken um Updates machen muss und immer die sicherste Version ausführt. Auch die vom Browser bekannte Sandbox wird genutzt. Sämtliche Nutzerdaten werden standardmäßig verschlüsselt gespeichert. Zudem setzt man beim Starten von Chrome OS auf eine Technologie namens Verified Boot. Ein kleiner, zentraler Bestandteil des Betriebssystems befindet sich in einem Bereich des Notebooks, der ausschließlich gelesen werden kann. Keine Anwendung kann diesen Bereich verändern. Dennoch wird bei jedem Start überprüft, ob dieser Bereich auch wirklich nicht verändert wurde.

Laut Google haben bereits sehr viele Unternehmen Interesse an Chrome OS gezeigt. Damit auch Enterprise-Anwendungen im Cloud-Betriebssystem genutzt werden können, arbeitet man mit Citrix zusammen. Über den Citrix Receiver können sämtliche Anwendungen im Browser ausgeführt werden. Dazu müssen sie einmalig im Rechenzentrum des Unternehmens in einer Citrix-Lösung installiert werden. Anschließend haben alle Mitarbeiter über ihrem Browser Zugriff darauf.

Chrome OS ist noch nicht vollständig und es gibt noch diverse Baustellen. Das größte Problem stellen derzeit Geräte dar, die man an einen PC anschließen kann, beispielsweise Digitalkameras. Google arbeitet an einer Möglichkeit, dies in Zukunft auch mit Chrome OS zu realisieren, vorerst ist es jedoch nicht möglich.

Insgesamt machte Chrome OS einen sehr soliden Eindruck und könnte für die tägliche Arbeit eine echte Alternative darstellen. Google betonte, dass sich Chrome OS an die Anwender richtet, die Tag für Tag in ihrem Browser "leben". Wer das Internet sehr intensiv nutzt, kann mit Chrome OS produktiv arbeiten.

Wie sich Chrome OS in der Praxis schlägt, werden wir in der kommenden Zeit ausprobieren und unsere Erfahrungen in Form von Berichten schildern.

Weitere Informationen: Funktionen von Chrome OS im Überblick
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